Boston - Der seit dem 1. September andauernde Arbeitskampf zwischen der nordamerikanischen Basketball-Profiliga NBA und ihren Schiedsrichtern hat sich ausgeweitet. Die NBA teilte ihren 30 Clubs am Dienstag mit, dass die am Donnerstag beginnenden Vorbereitungsspiele auf die neue Saison von Ersatz-Referees geleitet werden. Es gäbe derzeit "keine Aussicht auf den rechtzeitigen Abschluss eines Arbeitsvertrages", heißt es in der Mitteilung. Die Vereinigung der Unparteiischen fordert unter anderem Änderungen bei ihren Renten und mögliche Abfindungen sowie einen Plan zur Entwicklung jüngerer Schiedsrichter.

Wie ihr Mitglied Lloyd Peirson betonte, hätten die Referees "mit überwältigender Mehrheit" gegen den jüngsten NBA-Vorschlag auf eine zweijährige Verlängerung des Kontraktes votiert. Die Liga will nun Ersatz-Referees aus den NBA-Töchtern WNBA (Frauen-Basketball) und der Nachwuchs-Liga Development-League heranziehen. Ob es bis zum Ligastart am 27. Oktober zu einer Lösung des Problems kommt, ist unklar.

Bereits 1995 hatte die NBA ihre Schiedsrichter ausgeschlossen und durch unerfahrene Reservisten ersetzt. Dafür bekam sie damals reichlich Kritik, weil Fouls und Verletzungen zunahmen, Unterbrechungen durch die Schiedsrichter jedoch weniger wurden. Ein ähnliches Szenario schließt der Präsident für Basketball-Operationen, Joel Litvin, diesmal aus. "Diese Schiedsrichter sind Bestandteil unserer erweiterten Familie. Deshalb haben wir ein gutes Gefühl", so Litvin. (APA)