Wien - Die Großakquisitionen in Hessen sowie der Kauf der ehemaligen Immo-Gesellschaft der Deutschen Bahn, Vivico, die in Summe 1,8 Mrd. Euro kosteten, schlagen der CA-Immo offenbar gehörig auf den Magen. Die Käufe samt den den Finanzierungen entstanden seit Ende 2006 also zur Hochblüte des Immobilien-Hypes.

Nun müssen die Finanzierungen und die Fälligkeiten für die Rückzahlungen auf neue Beine gestellt werden. Da der Markt für Kapitalerhöhungen in diesem Segment noch immer tot ist, greift die CA Immo zum Vehikel einer Unternehmensanleihe. CA-Vorstand Wolfhard Fromwald will die Hälfte des erwarteten Anleiheerlöses, nämlich 75 Mio. Euro, zur Schuldentilgung verwenden, wie er am Mittwoch bei einer Pressekonferenz sagte. Die anderen 50 Prozent werden zur Stärkung der Liquidität verwendet.

Mit dem Kreditgeber Bank Austria habe man sich nun auf neue Rückzahlungsmodalitäten geeinigt. Ursprünglich war ein 20-Jahres-Kredit über 400 Mio. Euro abgeschlossen worden. Dann hatte man sich für die Option einer früheren Rückführung ab 2011 entschlossen. Zuletzt waren noch etwa 300 Mio. Euro offen, von denen nun ein zweistelliger Millionen-Betrag bereits 2011 getilgt werden soll, für den Rest von 170 Mio. Euro bleibt Zeit bis 2016/21.

Für das Gesamtjahr 2009 hat sich die CA Immo laut Fromwald sowohl Verkäufe als auch neue Investments im Ausmaß von jeweils 300 Mio. Euro vorgenommen. Durch Verkäufe plane man heuer Einnahmen in diesem Ausmaß, eventuell auch mehr als 300 Mio. Euro. Verkauft wurde bisher immer mit Gewinn, wurde betont. Im ersten Halbjahr waren es 13 bis 14 Mio. Euro.

Zeichnungsfrist für die Anleihe im Volumen von 100 bis 150 Mio. Euro ist von 9. bis 13. Oktober. Die Verzinsung wird zwischen sechs und sieben Prozent liegen. Privatanleger sollen bei der Zeichnung bevorzugt werden, deshalb wurde auch eine niedrige Stückelung von 500 Euro gewählt. Leadmanager der Emission, die eine Laufzeit von fünf Jahren hat, ist die UniCredit.

Wie berichtet, will die CA Immo in der Affäre um den Buwog-Verkauf klagen, sollte sich herausstellen, dass sie beim Verkauf als Zweitgereihte hinter der Immofinanz geschädigt wurde. (cr, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 1.10.2009)