Keine 24 Stunden nach dem schweren Beben vor Samoa meldete die US-Erdbebenwarte USGS in Indonesien ein Beben der Stärke 7,6. Betroffen war Sumatra. Das Pazifische Tsunami-Zentrum gab eine Warnung aus, die es im Laufe des Mittwochs aber wieder aufheben konnte. Das Epizentrum des Bebens lag rund 50 Kilometer nordwestlich der Stadt Padong. Augenzeugen berichteten, in Padong seien Häuser beschädigt worden, Brücken seien eingestürzt und Feuer ausgebrochen. Behörden meldeten mindestens 75 Todesopfer. Die Erschütterung war auch in Jakarta zu spüren.

Der Erdstoß erinnert an jenes Beben der Stärke 9,2, das am 26. Dezember 2004 im Indischen Ozean vor Sumatra eine gewaltige Flutwelle ausgelöst hat. Rund 250.000 Menschen starben bei dem verheerenden Tsunami. Unter den Opfern des schlimmsten Bebens seit 40 Jahren befanden sich auch 86 Österreicher.

Am schwersten getroffen wurde die Provinz Aceh auf Sumatra, wo rund 168.000 Menschen ums Leben kamen. Ebenfalls stark getroffen hatte es Sri Lanka, Indien, Thailand und die Malediven. Opfer waren zudem in Myanmar und sogar in Ostafrika, etwa in Somalia, zu beklagen. In Thailand und Sri Lanka wurde der Fremdenverkehr, einer der wichtigsten Wirtschaftszweige dort, schwer geschädigt.

Zwei Millionen Obdachlose


Der Tsunami machte 2,09 Millionen Menschen obdachlos. Der damalige Uno-Generalsekretär Kofi Annan sprach bereits wenige Tage nach dem Unglück von einer "beispiellosen globalen Katastrophe". Nach den ersten Einsätzen der Hilfskräfte schätzte die Weltgesundheitsorganisation die Identifizierung der Opfer als noch schwieriger ein als nach den Anschlägen des 11. September.

Neben dem menschlichen Leid wurde die ohnehin arme Region tief in ihrem wirtschaftlichen Mark erschüttert. 392.544 Häuser wurden völlig zerstört, 103.829 Boote waren unbrauchbar.

Die Österreicher spendeten in den Jahren 2004 und 2005 insgesamt 54 Millionen Euro für die Opfer und den Wiederaufbau der von der Flutwelle zerstörten Regionen. Laut Österreichischem Institut für Spendenwesen (ÖIS) gingen im Rahmen der Hilfsaktion "Nachbar in Not" 32 Millionen Euro ein. Weltweit standen 9,2 Milliarden Euro zur Verfügung. (APA, Reuters, spri, DER STANDARD Printausagbe 1.10.2009)