Wien - "Das ist die beste Konjunkturstützungsmaßnahme, die in Österreich läuft. Es wäre gut, wenn es Anfang 2010 eine Neuauflage der Förderaktion für die thermische Sanierung geben würde."

Ob der Appell von Margarete Czerny, Bauexpertin des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo), bei den politisch Verantwortlichen verfängt, ist indes fraglich. Seit dem Beschluss, im Rahmen des Konjunkturpakets II die thermische Sanierung zu forcieren und im Einzelfall mit bis zu 5000 Euro zu unterstützen, hat sich die Budgetsituation drastisch zugespitzt: Die Steuereinnahmen sinken, das Defizit im Staatshaushalt steigt.

"Hebelwirkung enorm"

"Wo ein Wille, da ein Weg", sagte die Bautensprecherin der Grünen, Gabriela Moser, im Gespräch mit dem Standard. "Die Hebelwirkung der Maßnahme ist enorm. Aufgrund zusätzlicher Steuereinnahmen und der Ersparnis von Arbeitslosengeld ist es für den Staat unterm Strich sogar ein Geschäft."

Das sieht auch Wifo-Expertin Czerny so. "Wir hatten mit einem Investitionsvolumen von 650 Mio. Euro gerechnet. Tatsächlich dürften es 850 Mio. werden." Über die Förderungen seien direkt 480 Mio. Euro an Investitionen ins Rollen gebracht worden, darüber hinaus hätten die Leute auch noch zusätzlich Geld in die Hand genommen.

Industrie und Gewerbe hat Förderungen wenig beansprucht

Insgesamt haben die Bausparkassen 14.000 Anträge mit einer Fördersumme von 63 Mio. Euro in der Vorprüfung positiv erledigt und an die Kommunalkredit zur inhaltlichen Prüfung weitergeleitet. Die Lücke zu den ursprünglich für Privathaushalte vorgesehenen 50 Mio. Euro soll u. a. durch Umschichtung aus dem zweiten 50-Mio.-Euro-Topf geschlossen werden, den Industrie und Gewerbe weniger stark beansprucht hat als erwartet. "Es kann auch sein, dass die Kommunalkredit den einen oder anderen Antrag noch aussiebt, sagte Rudolf Wipplinger. Der Produktmanager der S-Bausparkasse würde eine Neuauflage der Förderung ebenfalls begrüßen. (Günther Strobl, DER STANDARD Printausgabe 1.10.2009)