Teheran - Irans Präsident Mahmoud Ahmadinejad hat vor einem Scheitern der für nächste Woche in Wien geplanten Gespräche in dem Atomkonflikt und neuen Sanktionen gegen die Islamische Republik gewarnt. Dies wäre für den Westen schlimmer als für den Iran, sagte er am Sonntag laut dem Staatsfernsehen. Der Iran will das für einen Forschungsreaktor benötigte Uran selbst anreichern, sollte die Regierung künftig nicht aus dem Ausland beliefert werden. Der Sprecher der iranischen Atomenergiebehörde, Ali Shirzadian, sagte am Samstag, die Gespräche am 19. Oktober seien "ein Test für die Aufrichtigkeit dieser Länder".

Dem Sprecher zufolge ist der Iran offen für Vorschläge. Die Regierung bevorzuge einen Einkauf im Ausland, betonte Shirzadian. Sollte es bei den Gesprächen in Wien aber zu keiner Einigung kommen oder sich kein Land finden, das Teheran angereichertes Uran liefern wolle, werde der Iran die Anreicherung selbst übernehmen. Eine Anreicherung von Uran auf eine höhere Stufe würde die internationalen Spannungen wegen des Teheraner Atomprogramms weiter verstärken.

Abkommen geplant

Bei den Gesprächen mit den USA, Russland, Frankreich und der in Wien ansässigen Internationalen Atomenergiebehörde IAEO (IAEA) geht es um ein Abkommen, demzufolge Russland iranisches Uran übernehmen und anreichern soll. Auf ein entsprechendes Vorabkommen haben sich die Parteien nach russischen Angaben bereits kürzlich verständigt.

Teheran benötige bis zu 300 Kilogramm höher angereichertes Uran, um den Forschungsreaktor weitere zehn bis 15 Jahre betreiben zu können, sagte Shirzadian. Derzeit habe die Anlage nur ausreichend Material für eine Laufzeit von eineinhalb Jahren. (APA/AP/Reuters)