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Wäre die Krise mit mehr Frauen in den oberen Business-Etagen anders verlaufen

Diese Fragen dürfen jetzt substanziell diskutiert werden, ohne dass man ausgelächelt wird, denn: Haben Boards eine "kritische Masse" Frauen (ab 30 Prozent aufwärts), ist die Performance messbar nachhaltig besser, das Pleitenrisiko reduziert. Diversität ist kein PR-Thema, sondern eine Zukunftsfrage. Ein "business case". Männer an der Macht müssen jetzt zeigen, dass sie verändern können, dass sie "change" einleiten. Das rollt Frauen noch keinen roten Teppich aus. Aber: Das erzwungene Infragestellen der Systemlogik und der Geschlechterhierarchie hilft Frauen, die Karriere machen wollen.

Mehr Frauen an der Macht ist kein "Selbstläufer", wie die WU-Professorin Edeltraud Hanappi-Egger am Journalistinnenkongress in der Vorwoche warnte. Und Frauen müssen nach Durchbrechen gläserner Decken in einer Landschaft gläserner Klippen arbeiten und leben. Das stimmt alles. Das muss man auch (aushalten) wollen.

Aber: Firmen reden gerne von ihren Anspruchsgruppen, ihren "stakeholdern". Von dort kommt nun Druck, von dort wird eingefordert. Das ORF-Gesetz mit seiner 45-prozentigen Frauenquote ist ein Beispiel. Jetzt bewegt es sich schneller. (Karin Bauer, DER STANDARD, Printausgabe, 17./18.10.2009)