Einflussreich fürwahr: Es gibt heute noch Stimmen, die der Ansicht sind, dass ein 1972 im Manchester Union Leader erschienener Leserbrief die Wiederwahl Richard Nixons möglich machte.

Man muss sich das Ambiente im Feber 1972 vorstellen: die Stimmung gegen den Vietnamkrieg und Nixons diesbezügliche Politik war stark und es schien, als hätten die Demokraten begründete Hoffnungen, die Wahlen zu gewinnen. Der demokratische Senator Edmund Muskie aus Maine hatte soeben den Iowa Caucus gewonnen, knapp gefolgt von einem ausgesprochenen Liberalen, dem Anti-Vietnam-Senator George McGovern. Da erscheint ein -- wie sich später herausstellte, von einem Mitarbeiter des Nixon-Teams verfasster -- Leserbrief, in dem erklärt wird, Muskie habe sich gegen Amerikaner französisch-kanadischer Herkunft negativ mit dem Schimpfnamen "Canuck" geäußert.

Etwas später attackierte die Zeitung Muskies Ehefrau Jane und stellte sie als Alkoholikerin vor. Worauf sich Muskie mitten in einem Schneesturm vor dem Gebäude des Manchester Union Leaders aufpflanzte und den Herausgeber William Loeb in einer emotionsgeladene Rede aufforderte, seine Frau in Frieden zu lassen. Die Medien berichteten daraufhin, Muskie habe Tränen vergossen, Muskie selbst meinte, dies sei nur schmelzender Schnee auf seinem Gesicht gewesen.

Fazit: Die Demokraten von New Hampshire, die sich nicht sicher waren, wie stabil Muskie war (ein weinender Kandidat? nicht auszudenken), liefen zu George McGovern über. Und das Committee to RE-Elect the President (Nixon), kurz CREEP (das Wort könnte auch als "Widerling" übersetzt werden), hatte gewonnen -- sie hatten von Anbeginn danach gezielt gehabt, den relativ gemäßigten Muskie mit dem radikal wirkenden McGovern zu ersetzen. McGovern wurde Kandidat und gewann einen einzigen Staat. Auf den Bumperstickers nach Nixons Wiederwahl konnte man lesen: "Don't blame me, I am from Massachusetts".