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David Bashford, Leiter des LaserMotive-Teams

Foto: AP/NASA, Tom Tschida

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LaserMotive in Aktion

Foto: AP/NASA, Tom Tschida

Edwards, Kalifornien/München - Das Team LaserMotive aus Seattle (USA) hat sich im Rahmen der Space Elevator Games in der Mojave-Wüste als erstes Team einen Teil der zwei Mio. Dollar Preisgeld gesichert. Diese Summe wird von der US-Weltraumbehörde NASA zur Verfügung gestellt. Der Kletterroboter des Teams hat mit Laser-gebeamter Stromversorgung die vertikale Wettbewerbsstrecke von rund 900 Metern mit Rekordgeschwindigkeit bewältigt - mit beinahe vier Metern pro Sekunde (m/s).

Bedingungen

Bei den aktuellen Space Elevator Games stellten sich insgesamt drei Teams der Power Beam Challenge. Die zwei Konkurrenten von LaserMotive schafften die 900 Meter lange Strecke jedoch nicht.

Ziel dieser Herausforderung ist, mit einem Kletterroboter eine rund 900 Meter lange Strecke entlang eines Kabels zu erklimmen. Dabei müssen die Aufstiegsysteme mit Energie auskommen, die per Laserstrahl vom Erdboden aus an eine Solarzelle übertragen wird ("Power Beaming"). Um einen Teil vom Preisgeld zu gewinnen, muss zumindest eine Durchschnittsgeschwindigkeit von zwei m/s erreicht werden. Dann werden zunächst 900.000 Dollar ausgeschüttet.

Eigentliches Ziel des Wettbewerbs ist aber eine Aufstiegsgeschwindigkeit von wenigstens fünf m/s. Erst dann werden die vollen zwei Mio. Dollar vergeben.

Einschätzung

"Ich halte diesen Erfolg für beeindruckend", meint Andreas Hein, Gründer des Space Elevator Teams bei der Wissenschaftlichen Arbeitsgemeinschaft für Raketentechnik und Raumfahrt (WARR), zum Erfolg des LaserMotive-Teams. Zwar habe das deutsche Team bei einem Wettbewerb in Japan schon eine Durchschnittsgeschwindigkeit von fünf m/s erreicht - allerdings mit Batterieantrieb und auf nur 150 Metern, also unter einfacheren Bedingungen.

"Auf einer Höhe von 900 Metern mit einem Laser 3,9 m/s zu erreichen ist eine große Herausforderung, da mit einer externen Energieversorgung die Schwierigkeiten extrem zunehmen", sagt Hein. Das gilt besonders, wenn die Energie auch noch über eine große Strecke punktgenau gebeamt werden muss. "Diese Aufzüge sind, obwohl recht klein, komplexe Systeme, deren Komponenten stark untereinander vernetzt sind. Daher habe ich großen Respekt vor der LaserMotive-Leistung", so der Experte.

Schwierigkeiten

Der Weg von der Theorie zur praktischen Umsetzung des Weltraumaufzug-Konzepts ist allerdings noch weit. "Wenn es bei 900 Metern bereits ein Problem ist, den Laserstrahl auf die Solarzellenflächen zu fokussieren, wie schwierig wird dies erst bei über 36.000 Kilometern", meint Hein. Derart lang wäre das Aufstiegskabel eines tatsächlichen Weltraumaufzugs.

An der Idee eines Weltraumaufzuges, der entlang eines Kabels Material von der Erdoberfläche in den Orbit befördert, sind geeignete Aufstiegssysteme nur die halbe Herausforderung. Das zweite große Teilproblem ist das erforderliche zehntausende Kilometer lange Tetherkabel. Aktuelle Materialien reichen dafür nicht aus. Als vielversprechender Forschungsansatz gelten in diesem Bereich Kohlenstoff-Nanoröhren. Dieser Ansatz wird Anfang Dezember bei der Third International Conference on Space Elevator Systems der European Spaceward Organisation im Mittelpunkt stehen. (pte/red)