Miranshah - Beim Angriff einer unbemannten US-Drohne sind nach pakistanischen Militärangaben in der Nacht zum Donnerstag im Grenzgebiet zu Afghanistan fünf radikalislamische Aufständische getötet worden. Von der Drohne wurden demnach zwei Raketen auf Ziele in der Ortschaft Norak abgefeuert. Erneut sprengten Aufständische, die gegen den Schulbesuch von Mädchen sind, im Bezirk Khyber eine Mädchenschule.

Die Raketen wurden von der Drohne auf die Häuser eines örtlichen Stammesführers abgefeuert, wie ein ranghoher Militärvertreter sagte. Vier weitere Kämpfer seien bei den Angriffen verletzt worden. Laut einem Sicherheitsbeamten wurden die Häuser und das dazu gehörende Gelände von Taliban-Kämpfern genutzt. Norak liegt in Nord-Waziristan, einer Bastion der Taliban. Da das Gebiet für Journalisten unzugänglich ist, lassen sich die Angaben der Armee nur schwer überprüfen.

Offensive

Vor rund drei Wochen startete die pakistanische Armee im benachbarten Süd-Waziristan eine Bodenoffensive gegen die dortigen Taliban. Nach einer am Donnerstag veröffentlichten Bilanz wurden innerhalb von 24 Stunden 28 Taliban-Kämpfer und fünf Soldaten getötet. Die Vereinten Nationen forderten die pakistanische Regierung auf, bei ihrer Offensive die Zivilbevölkerung zu verschonen.

Bei dem Angriff auf die zweigeschossigen Mädchenschule setzten die Fundamentalisten 25 bis 30 Kilogramm Sprengstoff ein, wie Behördensprecher Farooq Khan mitteilte. Acht von 26 Schulräumen wurden vollständig zerstört. Vier Tage zuvor war bereits in einer anderer Mädchenschule im Bezirk Khyber ein Sprengsatz gezündet worden.

Die "Times of India" berichtete am Donnerstag unter Berufung auf Gerichtsunterlagen aus Chicago, pakistanische Untergrundkämpfer hätten Anschläge auf zwei Elite-Internate und eine Militärakademie in der indischen Hauptstadt Neu Delhi geplant. Die Unterlagen wurden demnach bei zwei inhaftierten mutmaßlichen Mitgliedern der Gruppierung Lashkar-e-Taiba (LeT) gefunden. Die LeT soll auch für die Anschläge in der indischen Wirtschaftsmetropole Mumbai (früher: Bombay) verantwortlich gewesen sein, bei denen vor einem Jahr 166 Menschen getötet worden waren. (APA)