Linz - Der Schweizer Verpackungsbeutel-Hersteller Wipf schließt sein Werk in Marchtrenk in Oberösterreich. 78 Mitarbeiter sind von der Entscheidung des Schweizer Familienunternehmens betroffen. Das berichteten die "Oberösterreichischen Nachrichten" in ihrer Freitag-Ausgabe.

Die Anlagen und Aufträge des Österreich-Standortes würden an eines der zwei Werke in der Schweiz verlagert. Dort könne aufgrund des krisenbedingten Nachfrageeinbruchs von 20 Prozent die Auslastung wieder verbessert werden. Einzelne Maschinen und Druckformen übernehme der Mitbewerber Jodl Verpackungen in Lenzing. Laut Firmenchef Christian Wipf sei in den vergangenen Jahren massiv in die Anlagen an dem Standort nahe der B1 investiert worden.

Komplettschließung

Als Grund für die Komplettschließung des Betriebs in Österreich nennt Wipf in der Zeitung die höheren Kosten in Österreich. 1991 hatten die Schweizer die damalige Paka GmbH, ein Tochterunternehmen der Nettingsdorfer Papierfabrik, erworben. "Damals war der Standort günstiger als die Schweiz. Heute arbeiten wir 42,5 Wochenstunden, das Werk in Österreich 38 Stunden. Dazu kommen die viel höheren Sozialabgaben in Österreich", wird Wipf zitiert.

Die Belegschaft sei am Donnerstag über die Schließung per Ende Jänner 2010 informiert. Ein Sozialplan werde ausgearbeitet. Nach Angaben des Eigentümers sei das Ende nicht ganz überraschend gekommen, seit März sei über Zugeständnisse der Belegschaft wie Änderungskündigungen verhandelt worden. Diese seien gescheitert. "Die Chance auf den Break-even war nicht gegeben", sagt Wipf. Seit drei Jahren habe das Werk bei zuletzt 23,6 Mio. Euro Umsatz negative Ergebnisse geschrieben. (APA)