Etwas später als in den USA ist nun auch in Österreich die Berichtssaison voll im Laufen, wobei sich derzeit positive und negative Erkenntnisse circa die Waage halten. Der Hauptgrund, warum der ATX in den letzten 5 Handelstagen dennoch international ein klarer Outperformer war, ist definitiv die Erste Group Aktie, die mit +7,2% das ATX-Feld anführt. Dies war eine Reaktion auf die klar über den Erwartungen liegenden Q3-Zahlen, die Ende letzter Woche präsentiert wurden. Bei den weiteren Wochengewinnern gab es lediglich bei Zumtobel ein Broker-Upgrade, das zu einem Plus von 4,7% geführt hat. Flughafen stieg ohne wesentliche News um 6,5%. Bei den Verlierern sind RHI (-5,9%, aufgrund etwas unter den Erwartungen liegender Q3-Zahlen) und voestalpine (-3,3%) zu finden. Auch Palfinger mußte - trotz zufriedenstellender Q3-Zahlen - in dieser Woche 2,9% abgeben. Weitere Q3-Berichte kamen Ende der Woche von Andritz (leicht über den Erwartungen) und Wienerberger (unter den Erwartungen).

Nächste Woche wird es seitens der Berichtssaison weiter turbulent zugehen. Es kommen Quartalszahlen von Intercell, A-TEC, Vienna Insurance Group, OMV, Telekom Austria, Raiffeisen Int., Mayr-Melnhof, BWT, Post und zahlreiche kleinere Werte. Da die Unternehmensberichte bis dato eher ausgewogene Marktreaktionen ausgelöst haben, sehen wir kurzfristig keine dramatischen Marktbewegungen auf uns zukommen. Falls der ATX nochmal in Richtung 2.400 Punkte korrigieren sollte, wären das für uns klare Kaufkurse. Bewertungsseitig sehen wir den Markt kurzfristig neutral bis leicht attraktiv bewertet, auf mittlere Sicht bzw. bis ins 1. Halbjahr 2011 hinein sehen wir klar höhere Kursniveaus im ATX.

Unser geschätztes Markt-KGV für 2010 beträgt aktuell 11,6x - also rund 10% unter dem historischen Schnitt, und das trotz sehr tiefen Zinsniveaus als magere Alternativanlage. Das Gewinnwachstum für 2010 beträgt damit geschätzte 27%, wobei wir ein sicher mindestens ebenso hohes Wachstum für das Jahr 2011 sehen. Wir bleiben damit auf mittlere und längere Sicht Optimisten für österreichische Aktien, wenngleich kurzfristig die Seitwärtsbewegung noch ein wenig andauern könnte.