Bild nicht mehr verfügbar.

Jeffrey Franks, der IWF- Beauftragte für Rumänien, bei einer Pressekonferenz am Freitag

Foto: APA/EPA/Ghement

Bukarest - Liviu Negoita, der Vorsteher des dritten Bukarester Bezirks, wurde am Freitag von Präsident Traian Basescu als Premierskandidat nominiert und mit der Regierungsbildung beauftragt. Mit Negoita, der einer der Vizepräsidenten der Liberaldemokraten (PDL) ist, versucht Basescu zum zweiten Mal, einen eigenen Kandidaten gegen jenen der Opposition, den unabhängigen Klaus Johannis, durchzusetzen. Weil Negoita nur mit der Unterstützung der eigenen Partei rechnen kann, droht ihm aber dasselbe Schicksal wie dem Technokraten Lucian Croitoru, dem das Parlament am Mittwoch die Zustimmung verweigerte.

Damit verschärft sich die Krise, mit der das Land kurz vor der Präsidentschaftswahl am 22. November konfrontiert ist. Seit Anfang Oktober, nach dem Bruch der Koalition zwischen Liberaldemokraten (PDL) und Sozialdemokraten (PSD), amtiert eine Übergangsregierung unter Premier Emil Boc (PDL), die nur mehr zu Verwaltungsaufgaben befugt ist.

Das von der Wirtschaftskrise stark getroffene Land kann wegen der durch die politische Krise verzögerten Wirtschaftsreformgesetze die dritte Tranche eines Darlehens vom Internationalen Währungsfonds (IWF) nicht fristgerecht beziehen, wie IWF-Vertreter am Freitag bekanntgaben. Bis Montag will Negoita die neue Ministerliste präsentieren. (laba/DER STANDARD, Printausgabe, 7.11.2009)