Wien - Mit wenig bis nichts ist die letzte UN-Versammlung vor der Klimakonferenz in Kopenhagen im Dezember zu Ende gegangen. "Dabei hat es seit Bali 2008 neun derartige Vorbereitungskonferenzen gegeben", kritisiert Umweltminister Nikolaus Berlakovich, "mit tausenden von Experten".

Die mageren Ergebnisse rütteln laut Berlakovich mittlerweile an der Glaubwürdigkeit der Uno, die schließlich ein eigenes Klimasekretariat, das UNFCCC, gebildet habe. "Ich würde mir erwarten, dass die Uno als Autorität alle Staaten dazu bringt, einen Anteil an der Bekämpfung des Klimawandels zu leisten. Die Uno muss mehr Dampf machen."

Die EU selbst wolle bis zum Dezember noch in Einzelgesprächen sondieren, inwieweit die Länder bereit sind, ihren Klimaschutz-Beitrag zu leisten. Berlakovich hat diesbezüglich mit dem jordanischen Umweltminister gesprochen und will dies auch noch mit dem ägyptischen und dem syrischen tun. Schweden führt Gespräche mit Indien.

Weiterhin bleibe die EU die einzige Region, die mit konkreten Vorschlägen in die Kopenhagener Gespräche geht. Bekanntlich hat sich die EU verpflichtet, den Treibhausgasausstoß bis 2020 um 20 Prozent zu reduzieren und ist bereit, diesen Prozentsatz auf 30 anzuheben, sollten andere Industrieländer substanzielle Vorschläge machen. Doch ist der Minister skeptisch, dass es sich für die USA bis zum Dezember ausgeht, ihr entsprechendes Klimagesetz-Paket gegen den Widerstand der Republikaner durch die US-Gremien zu bringen. Ohne einem solchen Regelwerk aber wird es für die USA schwierig, in die Kopenhagener Verhandlungen zu gehen. "Ich bin skeptisch, dass ein rechtlich verbindliches Abkommen zustande kommt", meint Berlakovich. (Johanna Ruzicka/DER STANDARD, Printausgabe, 7.11.2009)