Welche Fortschritte Peugeots Konzernschwester Citroën in nur wenigen Jahren in Sachen Material- und Qualitätsanmutung gemacht hat, verdeutlicht der direkte Vergleich mit dem Vorgänger.

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Bei den internationalen Testfahrten zur ersten C3-Generation 2002 sammelte der hochverehrte, leider bereits verstorbene Kollege Horst Kahlert alle Plastikteile, die auf der Tour ihren Bestimmungsort verließen, in einem Plastiksackerl und gab selbiges beim Pressechef ab.

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Das schlug damals ziemliche Wellen, und vielleicht kann man ja von einer Kahlert'schen Trendwende sprechen, jedenfalls: Bei der Präsentation von Generation zwei soeben in der Toskana konnte davon aber so was von keine Rede sein.

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Au contraire: In diesem Punkt hinterließ der neue C3 einen tadellosen Eindruck, Kompliment, Citroën, so bleibt man auf Erfolgskurs. Zudem sei hier festgehalten: Beim Design hat Citroën die derzeit wohl schlüssigste Linie aller drei westfränkischen Automobilkonfektionäre gefunden - die Highlights wären der Avantgardist C6, der ästhetisch enorm germanophile C5, zuletzt der ebenso schicke wie praktische C3 Picasso und bald einmal der semi-elitäre DS3, quasi premium für Normalverdiener.

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C3 also, zweite Generation. In der Länge gegenüber dem Vorgänger um neun Zentimeter auf 3,94 m gewachsen, bleibt er ähnlich wie der VW Polo (3,97 m) unter dem Viermetermaß und ist damit gleich neun Zentimeter kürzer als der direkte konzerninterne Konkurrent Peugeot 207: Der ist mit 4,03 m Länge somit auch deutlich weniger parkplatzfreundlich als der C3.

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Ähnlich ambitioniert wie VW mit dem Polo (siehe Bericht) gibt sich Citroën in Sachen Umwelt: Schon zur Markteinführung soll eine Version mit Emissionen von nur 99 g CO2/km zur Verfügung stehen.

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Aber auch die anderen Motoren - drei Diesel, vier Benziner insgesamt - sind stramm auf Umweltverträglichkeit getrimmt, und die Schaltpunktanzeige erzieht uns einheitlich zu braven, naturschonenden Ökobürgern.

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Zurück zur Natur, das ist seit Beginn der Aufklärung schließlich zuallererst ein französisches Projekt, da darf man sich nicht lumpen lassen, schönen Gruß vom guten alten Jean-Jacques Rousseau.

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Eine andere Form von Naturgenuss bietet sich jenen C3-Kunden, die die Zenith-Frontscheibe ordern (nein, Nadir-Heckscheibe gibt's keine, und mit dem in der Dunkelkammer der Geschichte verschollenen sowjetischen Kamerahersteller Zenit hat das auch nichts zu tun).

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Da reicht dann der Glashimmel ununterbrochen so weit nach hinten, dass man nächtens zum Sterngucker werden könnte, was natürlich nur Beifahrern angeraten werden kann. Zusätzlicher Zenith-Effekt: großzügiges Raumgefühl.

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Notiert haben wir ferner: Der Wagen hat (innen wie außen) nicht nur Stil, es geht auch recht still zu drinnen, wiederum besonders im direkten Vergleich zum Vorgänger.

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Passagiere in der zweiten Reihe sitzen recht passabel, bei zumutbaren Platzverhältnissen. Und es ist der Kofferraum mit 300 Liter Volumen mehr als anständig, Citroën spricht vom besten Wert in der Klasse.

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Im Fahrbetrieb aufgefallen ist uns zu guter Letzt das weich abgestimmte Fahrwerk, zu dem dann die manchen vielleicht eine Spur zu indirekte Lenkung auch wieder passt.

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Der C3 bleibt, wie VWs Polo, unter 4,0 m Länge – und hat ähnlich ehrgeizige Verbrauchsziele. (Andreas Stockinger/DER STANDARD/Automobil/6.11.2009)

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