Graz - Der obersteirische Automobilzulieferer Maini Precision Products Austria GmbH in Kindberg ist insolvent, wie der Alpenländische Kreditorenverband (AKV) am Dienstag mitteilte. Die Firma in Kindberg-Aumühl (Bezirk Mürzzuschlag) verzeichnet Passiva von rund 3,8 Mio. Euro, betroffen sind 82 Dienstnehmer und 150 Lieferanten. Das Unternehmen war auf die Herstellung von Hochpräzisionsdrehteilen für die Automobilindustrie, insbesondere für Diesel- und Benzineinspritzsysteme spezialisiert. Eine Weiterführung wird geprüft.

Die Verbindlichkeiten betragen rund 3,8 Mio. Euro, denen Aktiva von 2,9 Mio. Euro gegenüberstehen, sodass sich eine Überschuldung von etwa 0,9 Mio. Euro ergibt. Das Betriebsgelände ist gemietet. Im Rahmen des Konkursverfahrens werde zu klären sein, ob mit einem reduzierten Personalstand und sonstigen einzuleitenden Restrukturierungsmaßnahmen eine kostendeckende Weiterführung möglichsei, so der AKV.

Auftragsflaute

Das Werk war bereits 2006 nach einer Auftragsflaute und dem Wegfall einzelner Kunden insolvent - damals firmierte man noch unter Mec.com mechanical components GmbH. Die damaligen Verbindlichkeiten beliefen sich auf rund 9 Mio. Euro, mit Hilfe des indischen Konzerns Maini konnte eine Fortführung und die erste Rate eines Zwangsausgleiches finanziert werden. Nach dem erfolgten Gesellschafterwechsel wurde die Firma auf Maini Precision Products Austria GmbH umbenannt. Alleingesellschafterin ist die in Madrid protokollierte Maini Precision Products Holding S.L.

Bereits im Jahr 2008 habe man die Krise im Automobilbereich zu spüren bekommen, sodass Anfang des Jahres 2009 die slowakische Tochtergesellschaft insolvent wurde. Anfang dieses Jahres konnte noch die letzte Rate für den im vorangegangenen Konkursverfahren abgeschlossenen Zwangsausgleich aufgebracht werden, jedoch waren mit den Banken bereits Sondervereinbarungen zu treffen.

Hauptkunde des Unternehmens mit einem Anteil von rund 90 Prozent soll die deutsche Continental AG gewesen sein, die angekündigt hat, im Jahr 2010 das Auftragsvolumen um rund 60 Prozent zu reduzieren. Aufgrund dessen schien eine Restrukturierung außerhalb eines Konkursverfahrens ausgeschlossen, sodass man selbst den Konkursantrag beim Landesgericht Leoben gestellt hat, so der AKV.  (APA)