Wien/Köln- Österreichs Fußball-Bundesliga-Clubs liegen mit durchschnittlich 2,7 Millionen Euro für das Werbe-Logo auf ihren Leibchen auf Augenhöhe mit den Vereinen der spanischen Primera Division. Dies geht aus einer am Dienstag veröffentlichten Studie der deutschen Sponsorberatungs-Agentur SPORT+MARKT hervor. Laut der 11. Ausgabe des European Jersey Report, in dem erstmals auch das rot-weiß-rote Oberhaus erfasst wurde, verdienen die zehn Clubs der Bundesliga in Summe 27 Mio. Euro mit Trikotwerbung.

"Das ist mehr als ein Schweizer, holländischer oder französischer Verein verdient und auf gleichem Niveau wie die Primera Division", meinte Veit Wolff, Sponsoringexperte von SPORT+MARKT. Als größter Pluspunkt für potenzielle Sponsoren gilt, dass gemeinsame Verträge für Name und Trikot abgeschlossen werden können. Dies garantiert auch die im Vergleich mit anderen Ligen hohe Summen, die bezahlt werden.

Einzelsponsoren

Eine weitere Besonderheit in Österreich sei laut Wolff die Möglichkeit, sogar Einzelsponsoren für herausragende Spieler anzubieten. Hier sollten die ÖFB-Clubs aber nicht übertreiben. "Zu viele Sponsoren tun weder Sponsoren noch den Clubs gut. Exklusive Deals mit nur einem Partner bringen in der Regel den Clubs mehr Geld ein", analysierte Wolff.

Europas Spitzenreiter im Trikotsponsoring bleibt trotz Werberestriktionen für Wettanbieter die deutsche Bundesliga mit Einnahmen von 108,6 Mio. Euro. Pro Club sind dies im Schnitt 6,0 Mio. Euro. Auf den Plätzen folgt die englische Premier League (83,4) und die italienische Serie A (74,0). Mit dem FC Bayern München, der 20 Mio. von Werbepartner T-Home erhält, stellt die Bundesliga auch den europäischen "Trikotkönig". Zweiter ist laut der Studie Manchester United (16,4) vor Real Madrid (15) und dem FC Schalke 04 (12). (APA)