Bis alle älteren Straßengarnituren elektronische Türfühlerkanten haben, wird laut Wiener Linien noch ein halbes Jahr vergehen.

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Wien - Ein mobiler Reinigungsservice und ein neuer 70-köpfiger Linienservice sollen derzeit das Wohlbefinden der Öffi-Benutzer in Wien erhöhen. Über die Anzeigetafeln, die sonst Wartezeiten verlautbaren, verbreiten die Wiener Linien Botschaften in Sachen Sauberkeit. Noch länger warten heißt es indessen, bis im April dieses Jahres angekündigte Sicherheitsmaßnahmen bei den Straßenbahnen vollständig umgesetzt sind: Erst Ende 2010 werden voraussichtlich alle 250 älteren Straßenbahngarnituren mit Außenspiegeln aufwarten, die Nachrüstung der Türfühlerkanten soll im Mai 2010 abgeschlossen sein, heißt es seitens der Wiener Linien gegenüber derStandard.at.

Elektronische Türfühlerkanten reagieren schneller und sensibler als die ursprünglich eingebauten druckluftgesteuerten Systeme und sollen so das Einklemmen von Fahrgästen verhindern. Entsprechende Umrüstungspläne wurden erstmals im Mai 2008 bekannt gegeben, die vollständige Umstellung wurde ursprünglich für Ende 2009 angepeilt. 120 Trieb- und Beiwagen und damit rund die Hälfte wurden laut Wiener Linien bis jetzt umgerüstet.

Langwierig gestaltet sich auch die Ausrüstung der klassischen Straßenbahngarnituren der Typen E1 und E2 mit Außenspiegeln. Im April dieses Jahres angekündigt, stellen die Wiener Linien den Abschluss der vollständigen Nachrüstung für Ende 2010 in Aussicht. Die Spiegeln hätten erst eigens entwickelt werden müssen und werden nun sukzessive eingebaut.

Umrüstungsmaßnahmen auch bei Ulf

Zwar brauchen die modernen Niederflurstraßenbahnen (Ulf), von denen bei einem jährlichen Zuwachs von 20 Stück derzeit 195 im Einsatz sind, weder zusätzliche Spiegel noch neue Türfühlerkanten. Nach einem Brand in einer Ulf-Garnitur im Juli herrscht aber auch hier Nachrüstungsbedarf. Im Juli hatte eine Schallschutzmatte in einem Zug der Linie 67 Feuer gefangen. Gemeinsam mit dem Hersteller Siemens sei man übereingekommen, "die behördlich zugelassenen Materialien, die den Normen und Vorschriften entsprechen, mit einem zusätzlichen Schutz zu versehen", so die Wiener Linien. Als Sofortmaßnahme wurde mit der Montage eines Schutzbleches begonnen. Jene Ulf-Garnituren, die in den Tunnels unterwegs sind, haben diese Vorsichtsmaßnahme bereits. "Die endgültige Lösung für die noch zu liefernden Fahrzeuge wird noch gesucht", so die Wiener Linien. (glicka, derStandard.at 11. November 2009)