Vor dem Landgericht Memmingen muss sich seit Dienstag ein Unternehmer verantworten, der rund 313 Tonnen Gammelfleisch als Lebensmittel in den Handel gebracht haben soll. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 45-jährigen früheren Chef eines Kühlhaus-Unternehmens im bayerischen Illertissen gewerbsmäßigen Betrug in 15 Fällen vor. Mit der Umdeklarierung der teils nur als Hunde- oder Katzenfutter geeigneten Abfälle im Jahr 2004 soll er laut Staatsanwaltschaft rund 225.000 Euro verdient haben. Der Verbleib von weiteren 200 Tonnen Schlachtabfällen blieb laut Anklage ungeklärt.

Der Angeklagte bestritt zum Prozessauftakt die Vorwürfe. Ihm droht eine Höchststrafe von bis zu 15 Jahren Haft. Die von ihm geführte Firma in Illertissen ist das Mutterunternehmen eines Betriebs in Deggendorf, bei dem 2005 ebenfalls ein Fleischskandal aufgedeckt worden war. Auch nach Österreich war damals verdorbene Ware geliefert worden.

Der Geschäftsführer dieser Firma war vom Landgericht Memmingen 2006 zu vier Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden. Er ist inzwischen wieder auf freiem Fuß und als Zeuge geladen. Das Urteil wir am 25. November erwartet. (APA)