Nürnberg/Fürth - Nach der pfiffigen Plakataktion von fünf Quelle-Chefsekretärinnen haben sich erste potenzielle neue Chefs bei den Bürokräften gemeldet. "Innerhalb einer Woche haben wir ungefähr 15 Jobangebote bekommen. Es läuft also ganz gut", sagte Sekretärin Sabine Schweiger am Montag in Fürth. Ob alle Angebote tatsächlich seriös seien, müsse aber erst einmal überprüft werden.

Unkonventionelle Eigeninitiative

Die fünf von Jobverlust bedrohten Chefsekretärinnen des Fürther Versandhauses haben am Nürnberger Hauptbahnhof einen Schaukasten gemietet. Darin ist ein riesiges Werbeplakat mit einem Gruppenfoto der engagierten Frauen und dem Aufdruck "Sekretärinnen suchen neuen Chef" zu sehen.

Die Idee zu der außergewöhnlichen Aktion kam den befreundeten Frauen beim Mittagessen in der Kantine. "Am Abend zuvor hatten wir von der Abwicklung erfahren", erzählte Schweiger. Ihr Schicksal, in wenigen Wochen in die Arbeitslosigkeit zu schlittern, wollten die Fünf aber nicht tatenlos hinnehmen - und so entstand die Idee mit dem Werbeplakat. "Für den Hauptbahnhof als Plakatstandort haben wir uns entschieden, weil der stark frequentiert ist", sagte Schweiger.

Einfache Abwicklung

Auf dem Plakat haben die Frauen eine E-Mail-Adresse angegeben, an die potenzielle ArbeitgeberInnen ihre Angebote schicken können. "Wenn nur eine von uns in der E-Mail angesprochen wird, schickt nur sie ihre Bewerbung an das Unternehmen. Ansonsten nehmen wir einen großen Umschlag, dann kommen da alle fünf Bewerbungsmappen rein", erklärte Schweiger.

Einen bestimmten Job suchen die Frauen im Alter zwischen 32 und 47 Jahren mit ihrer Aktion aber nicht: "Wir sind für alles offen", sagte die 38-Jährige. Zwar wäre es schön, wenn sie wieder als Sekretärinnen in Unternehmen unterkommen könnten. "Aber ich kann auch andere Sachen außer Briefe tippen", sagte Schweiger. Ihre Kündigung haben die Frauen, die alle schon jahrzehntelang für Quelle arbeiten, zwar noch nicht: "Aber wenn sich der Traumjob heute ergibt, dann sind wir morgen weg." (APA/dpa)