Wien - Heimische Analysten erwarten für die am Donnerstag anstehenden Drittquartalszahlen der Raiffeisen International (RI) Einbußen beim Zinsüberschuss und einen regelrechten Einbruch beim Nettoergebnis.

In einer Konsensschätzung erwarten die Analysten der Erste Group und der UniCredit für das dritte Quartal ein Nettoergebnis von 32,4 Mio. Euro nach 295,8 Mio. Euro in der Vorjahresperiode. Das bedeutet ein sattes Minus von 89,1 Prozent.

Der Periodenüberschuss vor Steuern (profit before tax) wird von der Erste Group um 84,7 Prozent geringer als im Vorjahresquartal bei 63,8 Mio. Euro gesehen. Den Zinsüberschuss prognostiziert Erste Group-Experte Günter Hohberger mit 730,8 Mio. Euro, das entspricht einem Minus zum Vorjahr von 13,4 Prozent.

Hohberger rechnet mit einem fortgesetzten Trend zu hohen Risikovorsorgen. "Vielleicht werden sie nicht ganz so hoch wie im zweiten Quartal ausfallen, aber doch höher als im ersten Quartal", so der Erste-Analyst. Er rechnet auch mit einem rückläufigen Provisionsergebnis.

Ein großes Fragezeichen gäbe es bei der Entwicklung in der Ukraine und in Russland. "Dort gab es bereits im 2. Quartal Druck, als man nur noch knapp positiv tendiert hat", sagte Hohberger. Hier könnte im dritten Quartal ein negatives Ergebnis eingefahren worden sein. Allgemein bleibe Osteuropa jedoch ein "Positivposten". Die Erste Group empfiehlt die RI-Aktie weiterhin mit "Halten" bei einem Kursziel auf 12-Monats-Sicht von 51 Euro. (APA)