Rom/Mailand/Wien - Die Bank Austria-Mutter UniCredit will wieder in Osteuropa investieren. "In einigen Ländern in Zentral- und Osteuropa werden wir wieder investieren, sowohl was Filialen als auch was Mitarbeiter betrifft", erklärte Konzernchef Alessandro Profumo bei einem Conference Call zur Vorstellung der Gruppenergebnisse am Mittwoch. Wegen der Krise hatte UniCredit ihre Pläne für neue Filialen in Osteuropa eingefroren.

4.038 der 8.098 Stellen, die UniCredit 2009 gestrichen hat, wurden in Zentral- und in Osteuropa wegrationalisiert.

Für den größten Teil der Osteuropa-Töchter ist die UniCredit-Tochter Bank Austria verantwortlich. In den von der Bank Austria gesteuerten CEE-Ländern waren zum Stichtag 30. September 52.377 Mitarbeiter tätig. Insgesamt beschäftigte die Bank Austria jetzt im Herbst 63.527 Leute (Vollzeit), fast 4.000 weniger als vor Jahresfrist (67.377).

2010 soll die Zahl der UniCredit-Mitarbeiter gruppenweit um weitere 3.800 Personen sinken, hieß es heute.

"Wirtschaft braucht Zeit"

"Es handelt sich um im Plan bereits enthaltene Stellenkürzungen", versicherte Profumo. 2007 hatte UniCredit bereits 10.200 Jobs gestrichen. Derzeit beschäftigt die UniCredit-Gruppe 166.421 Personen.

Federico Ghizzoni, stellvertretender Vorstandschef der Bank Austria und Osteuropa-Vorstand, strich  am Mittwoch die Bedeutung der Osttöchter im Konzern hervor. "Zentral- und Osteuropa ist keine homogene Region, und die Wirtschaft braucht Zeit, um sich von der Krise voll zu erholen". Das langfristige Potenzial der Region sei aber unverändert hoch, und "unser Engagement hat sich als richtig erwiesen."

UniCredit-Boss Profumo sprach von seinem Vorhaben zur umfassenden Neuorganisierung der italienischen Geschäftsbereiche (Fusion der Italien-Banken und neue regionale Managementstrukturen im Land). "Wir wollen damit die Effizienz und die Zufriedenheit der Kunden noch mehr erhöhen. Wir werden Familien, Klein- und Mittelunternehmen näher sein. Und wir planen ein weiteres Wachstum des Private Banking. Nicht nur in Italien, sondern auch in Österreich und in Deutschland", versicherte Profumo beim Conference Call.

Über die Dividende wird der Aufsichtsrat Anfang des nächsten Jahres sprechen.

Am 13. November läuft bei UniCredit eine auf drei Tage anberaumte Hauptversammlung an. Hier sollen die Aktionäre über die bevorstehende rund 4 Mrd. Euro umfassende Kapitalerhöhung befinden. Ein guter Teil dieser Mittel soll an die Bank Austria mit ihren umfangreichen Ostaktivitäten gehen. (APA)