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Für die EU-Kommission ist alles klar: Drakonische Maßnahmen müssen her.

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Brüssel - Die EU-Kommission hat am Mittwoch gegen 24 Unternehmen im Kunststoffbereich Kartellstrafen von insgesamt 173 Mio. Euro verhängt. Betroffen ist auch die Kärntner Firma Chemson mit Sitz in Arnoldstein bei Villach, ein Produzent von Polymer-Additiven, die hauptsächlich zur Herstellung von PVC verwendet werden. 450.000 Euro entfallen auf Chemson. Die Strafe beziehe sich auf Aktivitäten der Voreigentümer aus den 90er Jahren, betonte die Vorstandsvorsitzende Roula Millauer. Der betroffene Geschäftszweig werde von Chemson seit acht Jahren nicht mehr geführt. Die Firma werde auch keinen Einspruch gegen die Strafe erheben.

Die Unternehmen gehören zu zehn verschiedenen Konzernen - neben Chemson auch Akzo, Baerlocher, Ciba, Elementis, Elf Aquitaine (Arkema France), GEA, Faci, Reagens und AC Treuhand - und haben gegen das in Artikel 81 EG-Vertrag verankerte Verbot von Kartellen und wettbewerbswidrigen Verhaltensweisen verstoßen. Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes erklärte, Wiederholungstäter müssten mit noch empfindlicheren Geldstrafen belegt werden.

Wegen des kooperativen Verhaltens wurde die Strafe in einigen Fällen ermäßigt, andererseits erhöhte sich die Geldstrafe gegen ABB um 90 Prozent, da das Unternehmen bereits früher an vergleichbaren Kartellen beteiligt gewesen war. Die Unternehmen hatten von 1987 bis 2000 Preise festgelegt, Kunden und Märkte untereinander aufgeteilt und sensible Geschäftsinformationen über Wärmestabilisatoren im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) ausgetauscht. Wärmestabilisatoren werden PVC-Erzeugnissen hinzugesetzt, um diesen eine hohe Temperaturbeständigkeit zu verleihen. Außerdem verbessern sie die Formbarkeit, Festigkeit und Transparenz von PVC-Enderzeugnissen und wirken einer Entfärbung der Erzeugnisse entgegen. (APA)