Wien - Depressionen zählen nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation zu den häufigsten psychischen Leiden. Allein in Deutschland, wo sich Fußball-Teamtorhüter Robert Enke am Dienstag das Leben nahm, sind laut Bundesgesundheitsministerium schätzungsweise fünf Prozent der Bevölkerung betroffen, also etwa vier Millionen Menschen. Depressionen, an denen auch Enke litt, gelten als einer der häufigsten Auslöser der jährlich mehr als 9.000 Selbsttötungen in Deutschland.

Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde wird trotz der hohen Fallzahlen Depression in der Hälfte der Fälle nicht diagnostiziert und deshalb oft nur unzureichend oder gar nicht behandelt. Dabei seien die Möglichkeiten der Behandlung in den vergangenen Jahren immer besser geworden.

Die meisten Erkrankungen zeigen sich zwischen dem 30. und dem 40. Lebensjahr, wie der Berufsverband Deutscher Nervenärzte mitteilte. Viele Patienten erkrankten aber bereits im Alter von 16 bis 20 Jahren erstmals.

Eine Depression bringt in der Regel anhaltende Traurigkeit, Antriebsschwäche und Schlafstörungen mit sich, kann aber auch körperliche Symptome auslösen. Schwere Schicksalsschläge oder Erfahrungen wie Krieg oder Katastrophen können Depressionen zum Ausbruch bringen.

Behandelt wird das Leiden derzeit vor allem mit Antidepressiva. In schweren Fällen kann der Patient stationär aufgenommen werden. Bei nahezu jedem Betroffenen kehren die Depressionen nach Forschungen der Universität Jena immer wieder zurück. (APA)