Mogadischu - Somalische Piraten haben nach eigenen Angaben zwei weitere Schiffe in ihre Gewalt gebracht - ein Fischereiboot und einen Frachter. Bei der Kaperung des Frachters habe es eine gewaltsame Auseinandersetzung gegeben, bei der drei Angreifer verletzt worden seien, sagte ein Pirat am Mittwoch am Telefon. Die 24 Besatzungsmitglieder seien unversehrt.

Nach Informationen der Organisation East African Seafarers' Assistance Programme handelt es sich bei dem Frachter um ein Schiff unter der Flagge der Marshall-Inseln. Es sei mit Chemikalien an Bord von Kuwait aus nach Südafrika unterwegs gewesen. Die Schiffsoffiziere seien Griechen, die Besatzung von den Philippinen. Bei dem Fischerboot soll es sich um ein jemenitisches Schiff handeln.

Am Montag war bekanntgeworden, dass die Piraten ein Frachtschiff mit Waffen an Bord gekapert haben. Das unter der Flagge der Vereinigten Arabischen Emirate fahrende Schiff sollte unter Umgehung des Embargos der Vereinten Nationen die Waffen angeblich nach Somalia bringen. Anderen Meldungen zufolge waren gar keine Waffen an Bord. (Reuters, red/DER STANDARD, Printausgabe, 12.11.2009)