Grafik: VMware

Den allergrößten Teil seiner Einnahmen lukriert VMware bislang im Server-Bereich, gerade in den letzten Monaten wird man aber nicht müde zu betonen, dass das große Wachstum künftig bei  der Virtualisierung von Desktop-Systemen zu suchen ist. Entsprechend macht man hier nun auch Produkt-mäßig einen entscheidenden Schritt vorwärts. Mit VMware View 4 soll in Kürze eine neue Softwarelösung erhältlich sein, mit der Unternehmen ihren KundInnen die gesamte Desktopumgebung als "Managed Service" anbieten können.

Unsichtbar

Der Nachfolger der Virtual Desktop Infrastructure (VDI) will dabei den Umstand, dass das System auf einem entfernten Server läuft, möglichst unsichtbar machen, also eine Umgebung bieten, die sich nur wenig von einer lokalen Installation unterscheidet. So sollen die NutzerInnen etwa weitgehend uneingeschränkten Zugriff auf lokale Ressourcen wie USB-Geräte haben.

Druck

Über View Printing soll das Drucken ohne die vorherige Installation von Druckertreibern ermöglicht werden, View Display erlaubt Multi-Monitor-Support sowie die Möglichkeit die Ausgabe zu drehen und zu schwenken. Auch die performante Wiedergabe von Audio- und Video soll kein Problem darstellen.

Protokollfragen

Als Anzeigeprotokoll kommt dabei das eigene PC over IP (PCoIP) zum Einsatz, das speziell auf die Auslieferung von virtuellen Desktops ausgerichtet wurde, und Endgeräte, Netzwerkkomponenten sowie Speicherstellen dynamisch erkennen soll. Mittels VMware Unified Access soll die durchgängige Verfügbarkeit der Desktops mit einem einmaligen Authentifizierungsvorgang gesichert werden - egal ob dabei Windows Terminal Server, Blade-Rechner oder entfernte physikalische PCs genutzt werden.

Management

Zu View 4 gehören aber freilich auch diverse Management-Tools, die den AdministratorInnen weitgehende Möglichkeiten zur Verteilung der Systeme an die Hand geben. Über eine zentrale Konsole sollen sich so bequem auch eine Vielzahl virtuelle Desktop-Umgebungen managen, Verbrauchs- und Nutzungskriterien einfach festlegen lassen. Service-Provider können hier auch die Verwendung exakt protokollieren, um die erbrachten Leistung gegenüber den eigenen KundInnen leicht abrechenbar zu machen.

Flexibel

Als zentrale Vorteile des Einsatzes einer Desktop-Virtualisierung streicht man unter anderem die hohe Flexibilität heraus, von unterschiedlichsten Endgeräten kann immer auf die selbe Umgebung zugegriffen werden. Auch aus Sicherheitssicherheit soll so ein Lösung ihre Stärken ausspielen können, lassen sich dafür doch zentrale Richtlinien festlegen.

Verfügbarkeit

VMware View 4 soll ab dem 19. November über den eigenen Vertrieb des Softwareherstellers und dessen Partner-Netzwerk ausgeliefert werden. Dabei stehen zwei unterschiedliche Editionen zur Auswahl: Die "Enterprise Edtion" beinhaltet neben der eigentlichen Virtualisierungsplattform vSphere 4 noch den Desktop-Management-Server View Manager 4, der Preis beträgt 150 US-Dollar pro gleichlaufender Verbindung. Bei der Premium Edition kommen noch VMware Thin App 4 und der VMware View Composer hinzu, entsprechend kostet das Ganze dann aber auch 250 US-Dollar. (Andreas Proschofsky, derStandard.at, 12.11.09)