Wenn von Hämorrhoiden gesprochen wird, sind damit aber meist vergrößerte oder tiefer getretene Hämorrhoiden im Sinne eines Hämorrhoidalleidens gemeint, die Beschwerden verursachen

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Wien - Jede zweite Person ab dem 40. Lebensjahr ist mindestens einmal im Leben von Hämorrhoiden-Leiden betroffen. In den meisten Fällen raten die Experten von einer Operation ab. "In der Mehrzahl der Fälle ist keine oder nur eine simple konservative Therapie erforderlich", erklärt Max Wunderlich, Leiter der Chirurgie im Wiener Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern.

"Größere Operationen sind ausschließlich indiziert bei Hämmorhoiden der Stadien III und IV und nur dann, wenn ein hoher Leidensdruck besteht", meint Wunderlich. Unter den neuesten Operationen sind HAL (Arterielle Ligation) und RAR (Recto-Anal Repair) jene mit der geringsten Komplikationsrate und den besten Zukunftsperspektiven. Generell werde zu häufig und zu oft operiert, kritisiert der Chirurg. Nur wenn eine konservative Therapie mit Salben und Zäpfchen nicht erfolgreich ist, komme ein operativer Eingriff in Frage.

Ursachen nicht vollständig geklärt

"Immer noch sind Hämmorhoidal-Leiden ein Tabuthema in der Gesellschaft", meint Felix Stockenhuber, ärztlicher Direktor und Leiter der Abteilung für Innere Medizin am Krankenhaus Oberpullendorf. Wesentlich für eine erfolgreiche Behandlung sei ein rechtzeitiger Arztbesuch, um vorab zu klären, ob es sich überhaupt um Hämmorhoiden oder möglicherweise auch um andere Erkrankungen handelt.

Notwendig sei eine ärztliche Untersuchung zur Klärung, um welchen der vier Hämorrhoiden-Schweregrade es sich handelt. Das sei für die weitere Behandlung wichtig, betont der Internist. "Die Ursachen für Hämorrhoiden sind nicht hinreichend geklärt", so Stockenhuber. Eine Rolle spiele wohl ballaststoffarme Kost, langes Sitzen, genetische Veranlagung sowie ungünstige Stuhlgewohnheiten mit zu langen Toilettensitzungen und starkem Pressen.

Ernährungsumstellung in Frühphase hilft

"In den frühen Stadien kann eine deutlich Besserung eintreten, wenn auf eine faserreiche Nahrung mit Ballaststoffen, körpergerechtes Stuhlverhalten und richtige Hygiene umgestellt wird", so Stockenhuber. Medikamentös können die Leiden symptomatisch deutlich gelindert werden. Dazu werden Salben oder Zäpfchen mit entzündungshemmenden, schmerzlindernden und adstringierend wirkenden Substanzen verabreicht. (pte/red)