Linz/Wien - Sechs Jahre, Richter, Anwälte und Detektive (für die richtige Zustelladresse) brauchte es, um den lautesten Kampfplatz zwischen den Eigentümern der Krone rechtskräftig zu befrieden: Das Oberlandesgericht Linz untersagte Hans Dichands Sohn Michael, der WAZ-Gruppe Kontakte zur "Balkanmafia" vorzuwerfen. Ihm sei nicht gelungen, diese Vorwürfe vor Gericht zu belegen.

Ein Sprecher des Gerichts bestätigte dem Standard, das Urteil sei im September ergangen. Offenbar hat Michael Dichand auf Revisionsrekurs verzichtet. Die Anwälte riefen nicht zurück, die WAZ kommentierte die Infos nicht.

Michael Dichands Auftritt im Branchenmagazin Journalist ließ den Kampf WAZ gegen Dichand im September 2003 so richtig eskalieren: "Geschäfte mit der Mafia" auf dem Balkan "von höchster strafrechtlicher Relevanz" warf der Junior dem 50-Prozent-Eigner der Krone vor. Michaels Vater Hans Dichand, dem die übrigen 50 Prozent gehören, beteuerte auch vor Gericht, er habe von den Recherchen seines Sohnes nichts gewusst. Ein Zeuge widersprach ihm da.

WAZ und Hans Dichand arbeiten wie berichtet an künftig gedeihlicher Zusammenarbeit und an einer Neuordnung der Mediaprint. (DER STANDARD, Printausgabe, 13.11.2009)