Hamburg - Der ehemalige deutsche Bundeskanzler Helmut Schmidt hat Zweifel am Sinn des Bundeswehr-Einsatzes in Afghanistan geäußert.

"Dieser Krieg dauert schon acht Jahre - länger, als die beiden Weltkriege gedauert haben", sagte Schmidt dem "Hamburger Abendblatt" (Freitag). Er habe Zweifel, "ob die Intervention insgesamt zu einem akzeptablen Ergebnis führt". Zum Kampf gegen die radikal-islamischen Milizen sagte er: "Wir werden diesen Feind nicht niederkämpfen und anschließend einen Friedensvertrag machen."

Schmidt lobte, dass der neue Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg im Unterschied zu seinen Vorgängern nun von "kriegsähnlichen Zuständen" in Afghanistan spricht. "Endlich hat einer mal gesagt, was wahr ist. Daraus ergibt sich aber noch nichts." Die Bundeswehr ist in Afghanistan derzeit mit mehr als 4200 Soldaten im Einsatz.

Der 90 Jahre alte Ex-Kanzler hatte den Zweiten Weltkrieg noch als Soldat erlebt. (APA)