Düsseldorf - Der deutsche Stahlhändler Klöckner & Co (KlöCo) kommt nicht aus den roten Zahlen. Zwar wurde auch dank diverser Sparmaßnahmen ein wichtiges Etappenziel erreicht: Nach drei verlustreichen Quartalen in Folge ist dem Unternehmen im dritten Jahresviertel operativ knapp die Rückkehr in die schwarzen Zahlen gelungen. Doch noch stehen die Zeichen nicht auf Entwarnung.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) lag im dritten Quartal bei 11 Mio. Euro nach 413 Mio. Euro im Vorjahr, wie der Konzern am Freitag mitteilte. Im Vorquartal hatte das Unternehmen an dieser Stelle aber noch einen Fehlbetrag von 31 Mio. Euro verbucht. Untern Strich stand ein Minus von 23 Mio. Euro nach einem Gewinn von 348 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz brach im dritten Quartal auf 934 Mio. Euro (nach 1,77 Mrd. Euro) ein.

"Talsohle ist durchschritten"

"Wir haben die Hoffnung, dass sich die Nachfrage 2010 graduell erhöht", sagte der neue Vorstandschef Gisbert Rühl am Freitag. Er geht davon aus, dass "die Talsohle durchschritten ist". Eine nachhaltige Belebung der Nachfrage könne er aber noch nicht feststellen, die Preisentwicklung bei Stählen sei "schwankend", räumte Rühl ein. In der zweiten Jahreshälfte werde der Konzern insgesamt allenfalls "ein ausgeglichenes operatives Ergebnis" erreichen.

Der Duisburger Konzern wird wie die gesamte Stahlbranche von der Wirtschaftsflaute schwer gebeutelt. Klöckner & Co hatte sein Wachstum jahrelang durch Zukäufe vorangetrieben, diese Strategie jedoch im Zuge der Krise ausgesetzt. Am Mittwoch hatte das Unternehmen angekündigt, den größten Zukauf seit dem Börsengang 2006 anzupeilen. KlöCo hat einen Vorvertrag zur Übernahme der weit profitableren Becker Stahl-Service Gruppe unterzeichnet. Nach einer Prüfung der Bücher werde mit einem Abschluss Anfang 2010 gerechnet. Becker erzielte den Angaben zufolge im Geschäftsjahr 2008/09 (per Ende September) einen Umsatz von rund 600 Mio. Euro.

KlöCo hatte mit einer Rosskur auf die Krise reagiert und bis Ende September rund 1.500 Stellen gestrichen. Das Sparprogramm beginnt nun zu greifen. "Die Ergebnislage hat sich stabilisiert", betonte Rühl. (APA/Reuters)