Die erwartete Erholung in Europa hat diese Woche bei relativ schwachem Volumen stattgefunden, da die Tiefs von Anfang Oktober als Unterstützung gehalten haben. Der Stoxx 600 legte um 2,53% zu, der Eurostoxx 50 stieg um 2,99%. Die Höchststände von Mitte Oktober konnten im Gegensatz zum S&P 500 nicht erreicht werden. Getragen wurden die Zuwächse von den zyklischen Rohstoff- und Chemietitel, die 6% und 4% stiegen. Auch Banken performten überdurchschnittlich (+5%). Ein positives Zeichen für die Verfassung der Börsen ist die Marktbreite, da alle Sektoren ein Plus verzeichnen konnten.

Die Preise am Rohstoffmarkt blieben diese Woche größtenteils stabil. Kupfer fiel bei weiter steigenden Lagerbeständen leicht um 0,83% auf USD 6,473 und Aluminium verteuerte sich auf 1,918 USD (+1,17%). Andere Basismetalle wie Blei, Nickel, Zinn und Zink verbilligten sich leicht. Gold setze seinen imposanten Anstieg fort, und notiert nun bei USD 1,107 bzw. EUR 745. Der Baltic Dry Index setzte seinen Aufwärtstrend fort, stieg um 19% und liegt so nur noch knapp unter den Jahreshöchstständen vom Mai. Am deutschen Bondmarkt fielen die Renditen für 2-jährige auf 1,23% (-0,09) und die 10-jährigen sanken auf 3,29% (-0,05). Der VDax fiel um 2,4 Punkte auf 23,6.

Die Erwartungskomponente des ZEW Index verzeichnete im November den zweiten Rückgang in Folge. Der Teilindex fiel von 55 auf 51,1 Punkte. Wir erwarten jedoch keine Trendumkehr, sondern eher eine "Rückkehr zur Normalität". Denn ist es schon mehrmals vorgekommen, dass die ZEW Erwartungen, wenn sie sich von der Entwicklung der Wirtschaftsdaten abgekoppelt hatten, eine Korrekturphase verzeichneten, um wieder in Einklang mit der realwirtschaftlichen Situation zu kommen. Die Einschätzung der aktuellen Situation stieg hingegen von -70 auf -65,6 Punkte und markierte damit den sechsten Anstieg in Folge.

Dank Lateinamerika hält Telefonica Gewinn stabil

Telefonica hat dank seines Lateinamerika-Geschäfts und Kostensenkungen in den ersten neun Monaten einen stabilen Gewinn erzielt. Das bisher schwache Geschäft am Heimatmarkt erfing sich zudem im dritten Quartal etwas. Der Umsatz fiel von Januar bis September um 3,3% auf EUR 41,7 Mrd. Der Konsens hatte mit EUR 41,9 Mrd. gerechnet. Netto verdiente Telefonica stabil EUR 5,6 Mrd. Lateinamerika war in den ersten neun Monaten die einzige Wachstumsregion der Spanier und konnte trotz negativer Währungseinflüsse einige der sonstigen Rückgänge wettmachen.

Die schwache Düngernachfrage sowie scharfe Preisrückgänge haben K+S auch im dritten Quartal schwer getroffen. Der Umsatz sank um 52% auf EUR 698 Mio. Unter dem Strich lag der Verlust auch wegen Belastungen im Stickstoffdüngemittelgeschäft den bereinigten Zahlen zufolge bei EUR 2,1 Mio. nach einem Gewinn von EUR 358 Mio. im Vorjahreszeitraum. Für das gesamte Jahr wagt der Konzern weiter keine konkrete Prognose. Im vierten Quartal ist jedoch nicht mit einer Normalisierung der Lage im Düngergeschäft zu rechnen.

Hochtief bietet der Wirtschaftskrise weiter die Stirn und gibt sich für 2009 optimistischer als bisher. Der Konzerngewinn in Q3 kletterte von EUR 25,2 Mio. auf EUR 36,2 Mio. Hochtief konnte damit bei fast allen Kennzahlen die Erwartungen übertreffen. Die Jahresprognose für den Auftragsbestand wurde angehoben und die Orderbücher sollen zum Jahresende besser gefüllt sein als noch im Rekordjahr 2008. Im dritten Quartal stieg der Auftragseingang leicht auf EUR 7,22 Mrd. gegenüber EUR 7,18 Mrd. im Vorjahr. Die Ergebnisse geben Rückenwind für den Börsengang der Infrastruktur-Sparte Concessions.

Q-Cells mit Verlust

Schlechte Nachrichten aus der Solarbranche. Der Absturz von Q-Cells hat sich in Q3 fortgesetzt. Der Umsatz war mit EUR 184,1 Mio. um 48% unter dem Vorjahrszeitraum. Im Vergleich zu Q2 stieg dieser jedoch immerhin um 30%. Der operative Verlust lag mit EUR 163,8 Mio. noch niedriger als in Q2. Vor einem Jahr stand in Q3 noch ein Gewinn von EUR 53,8 Mio. in den Büchern. Unter dem Strich stand auch wegen neuer Abschreibungen auf Beteiligungen ein Fehlbetrag von EUR 248,2 Mio.

RWE hat in Q3 die Wirtschaftskrise deutlicher als bislang zu spüren bekommen. Der operative Gewinn fiel um 21% im Vergleich zu Vorjahr auf EUR 1,35 Mrd. und blieb damit praktisch unverändert im Vergleich zu Q2. Sinkende Ölpreise und eine enttäuschende Ertragslage im
britischen Geschäft hinterließen negative Spuren, die auch eine gute Ertragslage in der
Stromproduktion und im Handelsgeschäft nicht ausgleichen konnten. Dennoch bekräftige der Vorstand seine Prognose, für das Gesamtjahr betriebliches Ergebnis und den nachhaltigen
Überschuss auf Vorjahresniveau zu halten.

In der nächsten Woche stehen die Zahlen von Flughafen Wien, Air France, Infineon, Torm und Hymer an. Zudem werden aktuelle Daten zu den Neuwagenregistrierungen, der Inflation und der Handelsbilanz in der EU veröffentlicht.