Rom - Auch Ministerpräsident Silvio Berlusconi, Italiens reichster Unternehmer, bekommt die Krise zu spüren. Wegen der Krise im Medienbereich hat seine Verlagsgruppe Mondadori die Streichung von 600 Jobs angekündigt. Bis 2011 will das Mailänder Unternehmen 21 Prozent seines Personals kürzen. Bereits 144 Mitarbeiter hatten 2008 die Gruppe verlassen. Die Jobkürzungen werden auch Frankreich betreffen, wo Mondadori kürzlich mit dem Frauenmagazin "Grazia France" debütiert hat.

Berlusconi TV-Gesellschaft Mediaset geriet ebenfalls unter Druck. Die Gruppe halbierte in den ersten drei Quartalen 2009 den Nettogewinn, der von 355,8 Mio. Euro gegenüber dem Vergleichszeitraum 2008 auf 184,2 Mio. Euro sank. Der Umsatz fiel um 11,4 Prozent auf 2,652 Mrd. Euro. Die Nettoverschuldung wurde von 1,691 Mrd. Euro Ende Dezember 2008 auf 1,371 Mrd. Euro reduziert.

Einziger Trost für den Premierminister: Der Rückgang bei den Werbeeinnahmen belastete das von Berlusconis Sohn Piersilvio geleitete TV-Unternehmen weniger als die Konkurrenten. Mediaset konnte somit seine Marktanteile konsolidieren. Der Mailänder Konzern bestätigte seine Führungsposition unter den italienischen Privatkanälen. Der Sender Canale 5 ist mit einer täglichen Einschaltquote von 22,3 Prozent der meist gesehene Kanal Italiens. Das Unternehmen tröstet sich auch mit dem Umsatzwachstum im Bereich Pay Tv. (APA)