Wien - Kampusch-Entführer Wolfgang Priklopil hat seinem Freund Ernst H. kurz vor seinem Ableben seine Tat gestanden, dies bestätigte der Anwalt von H., Manfred Ainedter, am Montag gegenüber der APA. Ernst H. habe diese wichtige Information erst bei seiner Einvernahme als Mitbeschuldigter am Wochenende bekanntgegeben, da "er Angst hatte mit hineingezogen zu werden", meinte Ainedter. H. könnte nun - theoretisch - ein Anklage wegen Mithilfe zum Selbstmord drohen. Die Mitwisser bzw. Mittäter-Theorie sei hingegen "vom Tisch".

Den Angaben H. zufolge hat Priklopil wenige Stunden vor seinem Selbstmord gegenüber seinem Freund eine Art "Lebensbeichte" abgelegt, in der er die Entführung von Natascha Kampusch gestanden haben soll. "Zu den Details kann ich nichts sagen", meinte Ainedter. H. habe den Selbstmord von Priklopil aber nicht verhindern können.

Ainedter geht nun davon aus, dass das Verfahren gegen seinen Mandanten - der als Mitbeschuldigter in der Causa-Kampusch gilt - bald eingestellt wird. "Diese Woche reichen wir noch Dokumente nach, aber dann ist es von unserer Seite erledigt", sagte Ainedter. (APA)