Frage: Ist der Höhepunkt der Pandemie langsam erreicht?

Antwort: Wohl noch länger nicht. Nach den aktuellen Daten des Europäischen Zentrums für Seuchenkontrolle berichteten 20 Staaten in der EU/EFTA-Zone von teils dramatisch steigenden Erkrankungszahlen. Da die Welle aber früher als die "normale Grippe" begonnen hat, könnte der Höhepunkt schon im Dezember oder Jänner erreicht sein. In England fällt die Zahl der Neuerkrankungen bereits wieder.

Frage: Es sollen schon Menschen an der Impfung gegen die Schweinegrippe gestorben sein. Wie hoch ist das Risiko von Nebenwirkungen?

Antwort: Zumindest für den in Österreich verwendeten Impfstoff gibt es bisher keine alarmierende Zahlen, sagt die heimische Arzneimittelagentur. 45 Meldungen über Nebenwirkungen gab es bisher aus Irland, Großbritannien und Österreich. 22 der Meldungen stammen aus Österreich, wo sich bis zum Ende der Vorwoche etwa 100.000 Menschen immunisieren ließen. Eine der Nebenwirkungen wurde als schwer eingestuft.

Frage: Was ist mit den Todesfällen?

Antwort: Bei diesen ist es nicht immer so einfach, einen direkten Zusammenhang mit der Impfung herzustellen. In Deutschland etwa sind in der Vorwoche zwei Menschen kurz nach einer Impfung gestorben - zumindest die verstorbene Frau hatte allerdings schwere Vorerkrankungen.

Frage: Ist es nun also sinnvoll, sich impfen zu lassen?

Antwort: Die Antwort auf diese Frage bleibt eine persönliche Entscheidung. Im Vergleich zur Vorwoche ist zu bedenken, dass die Weltgesundheitsorganisation die Schweinegrippe als nicht gefährlicher als eine normale Grippe einschätzt. Wer sich also auch gegen einen saisonale Influenza nicht impfen lässt hat eigentlich keinen Grund, nun zum Stechen zu gehen.

Frage: Besonders junge Menschen sind von der Pandemie betroffen. Sollte man seine Kinder also vorsorglich untersuchen lassen?

Antwort: Zumindest in Wien ist die Antwort der Ärzte derzeit ein eher entnervtes "Nein". Hunderte Eltern besuchten in der Vorwoche mit ihren Sprösslingen ohne besonderen Anlass Ambulanzen. Alleine im St.-Anna-Kinderspital waren von 1900 untersuchten Kindern 70 Prozent gesund. (moe/DER STANDARD-Printausgabe, 17.11.2009)