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Microsoft ist selbst schuld am Misserfolg von Windows Mobile.

Foto: AP/Paul Sakuma

Microsoft hält bei PC-Betriebssystemen nach wie vor die Monopolstellung. 90 Prozent aller Computer nutzen Windows. Doch bei Mobiltelefonen wurde der Gigant in den vergangenen Jahren regelrecht aus dem Ring geboxt.

Windows Mobile hat seit 2008 rund ein Drittel seines Marktanteils eingebüßt, berichten die Marktforscher von Gartner. Hielt man im dritten Quartal 2008 noch bei 11 Prozent, ist die Verbreitung bis heute auf 7,9 Prozent gefallen.

Warum

Dabei war Microsoft mit Windows CE einer der Frühstarter am Markt. 1996 bediente man bereits Taschencomputer. Doch Wie konnte man diese exzellente Ausgangslage bloß verspielen, fragt sich Wired.

Die einfache Antwort lautet: iPhone. Branchenbeobachter sind sich einig, dass Apple den Smartphone-Boom zu neuen Höhen gebracht hat. Und zwar mit einem Gerät, dass voll auf die Bedürfnisse des Konsumenten ausgelegt wurde. Zusätzlich öffnete man mit dem AppStore die Pforte für Entwickler, um besonders rasch und unkompliziert Handy-Programme an die Nutzerschaft weiterreichen zu können.

Warum 2

Dennoch kann das iPhone wohl nur als die Spitze des Speeres betrachtet werden, die Microsoft so langsam zu durchbohren scheint. Weshalb konnte Microsoft den Erfolg von Windows am PC bei Handhelds nicht reproduzieren?

Sie hatten es in der Hand und haben alles verloren, meint Analyst Raven Zachary. Microsoft hatte alle Voraussetzungen, um selbst einen AppStore zu kreieren und Touchscreens zu unterstützen. Peter Hoddie, CEO der Mobile-Browser-Entwicklers Kinoma, sieht das Problem im Mangel an guten inkludierten Applikationen. Microsoft war mit Windows CE und Windows Mobile zwar als erstes am Markt, bot damit allerdings nur wenig inspirierende Anwendungen an, die auch Entwickler nicht anspornen konnten. Das iPhone hingegen wartete von Haus aus mit hochwertigen Programmen auf und lockte damit einen ganzen Strom an Entwicklern an.

Warum 3

Als weiteren Grund für Microsofts Scheitern sieht Hoddie, dass Windows Mobile verschiedene Geräte von verschiedenen Hardwareherstellern unterstützt. Durch diese Segmentierung sei es für Entwickler deutlich schwerer gute Anwendungen zu programmieren. Beim iPhone könne man sich ganz konkret auf wenige Modelle ein und desselben Herstellers konzentrieren.

Rubin sieht das Problem allgemeiner. Microsoft habe verpasst, dass sich der Smartphonemarkt von Unternehmen ganz stark in Richtung Konsumenten entwickelt hat. Windows Mobile sei aber immer noch auf Unternehmensbedürfnisse fokussiert. Aber auch bei Unternehmen ist das iPhone mittlerweile top. Eine Untersuchung von JD Power hat ergeben, dass Anwender lieber ein Handy für berufliche wie private Zwecke nutzen und sich daher zunehmend für das iPhone entscheiden.

Noch nicht zu Ende

Allerdings glaubt Rubin noch nicht an ein Ende von Windows Mobile. Ähnlich wie mit Windows 7 wird Microsoft sich mit Windows Mobile 7 im kommenden Jahr wieder fangen, so die Einschätzung. Mit einem schärferen Fokus auf Konsumentenbedürfnisse soll die Popularität wieder gestärkt werden.

(zw)