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Ein Krieg fürs Kino: Bei Filmaufnahmen nahe einer Militärbasis in Tiflis macht ein Hub-schrauber die Kühe unruhig. Russlands Invasion in Georgien wird ein Actionfilm.

Foto: Reuters/David Mdzinarishvili

Im wirklichen Leben hat sich das Verhältnis zwischen Russland und dem Westen entspannt.

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Andy Garcia alias Michail Saakaschwili fläzte sich in den Fauteuils des georgischen Präsidentenpalasts, und vor dem Parlament in Tiflis schwenkten Statisten große Nationalfahnen für gutes Geld. Der mäßig erfolgreiche Hollywood-Regisseur Renny Harlin (Stirb langsam 2) drehte im Oktober den Großteil seines Films über den Fünf-Tage-Krieg zwischen Russland und dem Nato-Bewerber Georgien im Sommer 2008 ab. Harlins Film wird vermutlich nicht besonders günstig für Russland ausfallen, die georgische Regierung soll das Budget schließlich mitfinanziert haben. Doch auf der diplomatischen Ebene sind die Nachwehen des Kaukasuskriegs am Abklingen. "Der Ton hat sich dramatisch verändert" , sagt eine hochrangige westliche Diplomatin in Wien über den "Korfu-Prozess" , die nun regelmäßigen Gespräche mit Russland am Sitz der OSZE.

Knapp zwei Wochen vor dem OSZE-Ministerrat in Athen, dem jährlichen Treffen der Außenminister der 56 Staaten der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, ist die Stimmung um vieles entspannter als im Vorjahr. Die Russen sehen sich in Bezug auf ihre Sicherheitsinteressen ernst genommen, der Westen glaubt wiederum an seine Chance, dem russischen Präsidenten Dmitri Medwedew die Idee eines neuen Sicherheitsvertrags für Europa auszureden.

Russische Diplomaten arbeiten dem Vernehmen nach schon an einem Entwurf für diesen Vertrag. Anders als die KSZE-Schlussakte von 1975 und die Pariser Charta von 1990 beschränkt sich der Entwurf allein auf die militärische Sicherheit und lässt den Bereich der Menschenrechte und der Kooperation in Wirtschafts- undUmweltfragen beiseite. Mitsprache bei der Nato-Erweiterung ist eine der Forderungen Moskaus.

Die USAschlagen dagegen Reformen bei der OSZEvor:mehr Macht für den jährlich wechselnden Ratsvorsitzenden, der im Fall eines Konfliktes wie in Georgien ohne Konsensentscheidung Expertenmissionen entsenden könnte. (Markus Bernath, DER STANDARD/Printausgabe, 19.11.2009)