Wien - Der börsennotierte niederösterreichische Ölfeldausrüster Schoeller-Bleckmann Oilfield Equipment (SBO) hat mit den am Donnerstag veröffentlichten Neun-Monatszahlen die Prognosen der heimischen Analysten fast punktgenau getroffen. Nach Unternehmensangaben brach der Umsatz von Jänner bis September um 32,9 Prozent auf 188,7 (Vorjahresperiode: 281,3) Mio. Euro ein, der Nettogewinn sackte um 68 Prozent auf 13,6 (42,4) Mio. Euro ab. Analysten hatten im Schnitt 190,5 Mio. beim Umsatz und 13,8 Mio. Euro beim Gewinn prognostiziert. In den kommenden Monaten will SBO mit Kosteneinsparungen und gegebenenfalls weiteren Kapazitätsanpassungen auf das ungünstige Marktumfeld reagieren.

Trotzdem zeigt sich das Unternehmen für die kommenden Monate optimistisch: "Die fundamentalen Voraussetzungen für ein Anspringen des Geschäftes der SBO sind intakt." Die zuletzt nach oben revidierten Konjunktur- und Energieverbrauchsprognosen sowie ein Ölpreis von rund 70 Dollar (46,8 Euro) per Barrel ließen eine Intensivierung der Explorations- und Produktionsaktivitäten gegenüber dem derzeitigen Niveau erwarten.

Kurzfristig sei aber noch keine Änderung der aktuellen Rahmenbedingungen für die internationale Oilfield Service-Industrie zu erwarten, wenngleich erste Anzeichen einer Stabilisierung der Bohraktivitäten auf niedrigem Niveau erkennbar seien. SBO sei angesichts der geringen Nettoverschuldung und der aktuell hohen Eigenkapitalquote von 52 Prozent, einer sehr guten Liquidität und der unangefochtenen Marktposition für alle Szenarien gut gerüstet, heißt es im Ausblick.

Sinkende Ölnachfrage

In den ersten neun Monaten war der Geschäftsverlauf von der sinkenden Ölnachfrage als Folge der globalen Rezession geprägt, teilte die Gesellschaft ad hoc mit. Aus diesem Grund seien die Explorations- und Produktionsaktivitäten der Ölgesellschaften weiterhin gedämpft, was eine anhaltend schwache Nachfrage nach Ausrüstungsgütern zur Folge hat.

Das operative Ergebnis (EBIT) lag mit 23,6 Mio. Euro deutlich unter dem Vorjahr (-63,3 Prozent). Die EBIT-Marge betrug 12,5 Prozent nach 22,8 Prozent. Das Ergebnis vor Steuern brach um 67,8 Prozent auf 19,4 (60,3) Mio. Euro ein. Das Ergebnis je Aktie fiel auf 0,85 (2,66) Euro. Der Mitarbeiterstand wurde um 20 Prozent auf 1.063 verringert.

Die schwache Marktentwicklung habe auch im dritten Quartal nur einen relativ geringen Auftragseingang ermöglicht, heißt es weiter. In den ersten neun Monaten betrug der kumulierte Auftragseingang 74,5 Mio. Euro. Nach dem starken Auftragsrückgang im ersten Halbjahr war im dritten Quartal jedoch eine erste Bodenbildung feststellbar, so SBO. Im Gegensatz zum Jahresbeginn mussten auch keine Auftragsstornierungen mehr verbucht werden.

In den letzten Wochen sei SBO zunehmend mit Lieferanfragen und Ausschreibungen konfrontiert gewesen, die sich vorerst noch nicht im Auftragseingang niederschlugen. Der Auftragsstand zum 30. September betrug 103,3 (224,7) Mio. Euro und bildet die Basis für eine ausreichende Grundauslastung in den kommenden Monaten.

"Erste Anzeichen einer wirtschaftlichen Erholung, insbesondere in den Emerging Markets, führten bisher noch nicht zu einer Änderung der schwachen Marktentwicklung in der Oilfield Service-Industrie. Dies wird erst dann der Fall sein, wenn die mengenmäßige Ölnachfrage deutlich ansteigt", so SBO-Chef Gerald Grohmann. Allerdings investierten Kunden nun verstärkt in die Entwicklung von Prototypen. (APA)