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Für die Ratingagentur Moody's sind Österreichs Banken immer noch auf dünnem Eis unterwegs. Ob Dollar oder Euro: Geprüft werden nun staatliche Rettungspakete.

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Wien - Die Ratingagentur Moody's hat nach ihrer Kritik an den österreichischen Banken noch eins draufgesetzt und auch die staatlichen Rettungsaktionen hinterfragt. Demnach haben die weltweit getätigten staatlichen Rettungspakete im Finanzsektor das Ausfallrisiko von Bankschulden im Gesamtvolumen von 450 Mrd. Dollar (301 Mrd. Euro) erhöht. Die Folge: Die Agentur prüft die Herabstufung hybrider und nachrangiger Papiere von Instituten aus der ganzen Welt.

"Einige Regierungsinterventionen bei angeschlagenen Banken in jüngster Zeit haben den Gläubigern dieser Papiere nicht geholfen oder sogar geschadet" , erklärte Moody's am Mittwoch. Deshalb dürfte die Bonitätsbewertung von 40 Prozent der betroffenen Papiere voraussichtlich um eine oder zwei Stufen gesenkt werden, bei 50 Prozent um drei oder vier Stufen und bei dem Rest sogar um fünf oder mehr Stufen, so Moody's. Zuvor hatte die Agentur bei der Bewertung der Papiere unterstellt, dass auch Besitzer nachrangiger und hybrider Papiere von staatlichen Rettungsaktionen profitieren. Betroffen sind insgesamt 775 Schuldtitel von 170 Bankfamilien aus 36 Ländern.

Auf die Risikoaufschläge (Spreads) der heimischen Banken beziehungsweise auf die österreichischen Staatsanleihen wirkten sich die Moody's-Analysen nicht aus. Die Spreads waren am Donnerstag nahezu unverändert im Vergleich zu den vergangenen Tagen. Das komme daher, "dass die Analyse von Moody's bereits länger angekündigt war" , sagt eine Marktteilnehmerin zum Standard.

Etwas ausführlicher wurde von den Moody's-Analysten am Donnerstag erklärt, warum der heimische Bankensektor nach wie vor kritisch eingestuft wird: Demnach werde der Druck auf das heimische Bankensystem aufgrund des schwachen makroökonomischen Umfelds weiter hoch bleiben. Österreichs Banken hätten jedoch - im Vergleich zu anderen europäischen Instituten - auf dem Inlandsmarkt die wenigsten Verluste hinnehmen müssen. Das liege an der guten Qualität der Assets, die nur wenig auf konjunkturelle Zyklen reagieren. Moody's bleibt aber dabei, dass das Osteuropa-Risiko für Österreichs Banken weiterhin hoch ist. (Reuters, bpf, DER STANDARD; Print-Ausgabe, 20.11.2009)