Wien - Die Wiener Börse hat die Sitzung am Freitag bei durchschnittlichem Volumen mit tieferen Notierungen beendet. Der ATX fiel 26,66 Punkte oder 1,02 Prozent auf 2.578,61 Einheiten. Damit lag die tatsächliche Entwicklung des Leitindex rund vier Punkte über der heutigen Händlerprognose im APA-Konsensus von 2.575 Punkten. Zum Vergleich die wichtigsten Börsenindizes um 17.30 Uhr MEZ: Dow Jones/New York -0,53 Prozent, DAX/Frankfurt -0,68 Prozent, FTSE/London -0,21 Prozent und CAC-40/Paris -0,79 Prozent.

Am Vormittag präsentierten sich die europäischen Aktienmärkte noch mit freundlicher Tendenz, drehten jedoch mit der Rede von EZB-Präsident Jean-Claude Trichet in die Verlustzone. Der Notenbanker hatte angekündigt, dass die Europäische Zentralbank die stützenden Liquiditätsmaßnahmen für den Bankensektor langsam abbauen werde. "Das kommt auf den Märkten nicht gut an", kommentierte ein Händler in Wien.

Banktitel sehr schwach

Vor allem bei den Bankenwerten trübte sich die Stimmung unter den Anlegern nach den Trichet-Aussagen deutlich ein. Europaweit standen die Finanztitel auf den Verkaufslisten der Investoren. In Wien ließen Raiffeisen um 3,78 Prozent auf 43,30 Euro nach, Erste Group verloren 2,32 Prozent auf 29,04 Euro und drückten deutlich auf den Index.

In den Fokus rückten schon im frühen Geschäft die Aktien von Semperit, die an der Spitze der Kurstafel einen Kursgewinn von 7,96 Prozent auf 25,49 Euro mit ins Wochenende nehmen konnten. Semperit hatte besser als erwartete Quartalsergebnisse publiziert. "Das Zahlenwerk ist sehr gut ausgefallen, man könnte fast sagen sensationell gut", erklärte Analyst Christoph Schultes von der Erste Group. Die Erste Group wird laut dem Experten ihre Gewinnschätzungen für das Gesamtjahr nach oben anpassen.

Auch der Feuerwehrausstatter Rosenbauer legte die Zahlen zu den ersten neun Monaten vor und konnte ebenfalls die Prognosen übertreffen. Das operative Ergebnis (EBIT) verbesserte sich um 27 Prozent auf 27,2 Mio. Euro. Die Papiere schlossen mit einem deutlichen Plus von 1,97 Prozent bei 29,00 Euro.

Analystenstimmen im Fokus

Weiters wurden mehrere Analystenstimmen publik. Zum Flughafen Wien meldeten sich gleich drei Analystenhäuser zu Wort. Während die Erste Group und Sal. Oppenheim ihr Kursziel für die Airport-Aktie erhöhten, senkte JP Morgan das Kursziel. Die Papiere büßten 3,13 Prozent auf 35,91 Euro ein. Vienna Insurance Group (VIG) verbilligten sich um 0,85 Prozent auf 37,34 Euro. Die Experten der ING Groep haben die Bewertung der Titel mit dem Votum "Buy" und einem Kursziel von 45,80 Euro neu aufgenommen.

Nach den kräftigen Vortagesverlusten konnten voestalpine um 1,06 Prozent auf 24,70 Euro zulegen. Unter den restlichen Schwergewichten gewannen Telekom Austria zum Wochenschluss 0,17 Prozent auf 11,66 Euro, während OMV um 1,03 Prozent leichter bei 29,74 Euro schlossen.

Die zehn größten Kursgewinner von Freitag:

1. SEMPERIT AG HOLDING +7,96 Prozent
2. ANDRITZ AG +3,10 Prozent
3. ECO BUSINESS-IMMOBILIEN AG +2,40 Prozent
4. ROSENBAUER INTERNATIONAL AG +1,97 Prozent
5. KAPSCH TRAFFICCOM AG +1,92 Prozent
6. WOLFORD AG +1,69 Prozent
7. S&T SYSTEM INT.&TECH. DISTR.AG +1,57 Prozent
8. ATRIUM EUROP.REAL EST.LTD +1,29 Prozent
9. INTERCELL AG +1,12 Prozent
10. VOESTALPINE AG +1,06 Prozent

Die zehn größten Kursverlierer von Freitag:

1. CENTURY CASINOS INC -5,70 Prozent
2. CA IMMOBILIEN ANLAGEN AG -4,00 Prozent
3. RAIFFEISEN INT. BANK-HLDG AG -3,78 Prozent
4. FLUGHAFEN WIEN AG -3,13 Prozent
5. CA IMMO INTERNATIONAL AG -2,91 Prozent
6. WIENERBERGER AG -2,75 Prozent
7. IMMOFINANZ AG -2,60 Prozent
8. ERSTE GROUP BANK AG -2,32 Prozent
9. UNTERNEHMENS INVEST AG -2,07 Prozent
10. CONWERT IMMOBILIEN INVEST SE -1,98 Prozent

 (APA)