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Ein lang gehegter Wunsch vieler Eltern geht in Erfüllung: Als Sängerknabe kann man nun auch die Oberstufe besuchen.

Foto: APA/Wiener Saengerknaben

Wien - Die Wiener Sängerknaben weiten ihr Bildungsangebot aus: Ab kommendem Schuljahr wird es eine Oberstufe mit Schwerpunkt Vokalausbildung geben. "Damit schließen wir eine Lücke im Bildungsangebot, das mit dem Kindergarten beginnt und künftig mit der Matura endet", erklärte Sängerknaben-Präsident Walter Nettig am Freitag bei der Präsentation. Bisher endete die schulische Ausbildung der Sängerknaben mit der achten Schulstufe. Die neue Oberstufe wird aber keine Männerbastion, auch Mädchen dürfen sie besuchen.

"Wir bieten alles, was jedes andere Gymnasium bietet, und darüber hinaus eine optimale Vorbereitung für das Musikstudium", betonte Markus Blauensteiner, Direktor des Gymnasiums. Auf dem Stundenplan stehen neben Musikerziehung auch die Fächer Stimm- und Gehörbildung, Tonsatz, Stilkunde und Aufführungspraxis und Italienisch - eine der gängigsten Opernsprachen. Zusätzlich werde es Workshops und Projektwochen geben, zu denen namhafte Künstler eingeladen werden.

Zusammenarbeit mit Musik-Unis

Die Oberstufen-Realgymnasium der Sängerknaben wird als Ganztagsschule geführt werden. Jedoch soll es laut Blauensteiner genügend Freistunden geben, welche die Schüler für Hausübungen und Stimmbildung nutzen können. Der künstlerische Leiter Gerald Wirth unterstrich die intensive Zusammenarbeit mit den Musikuniversitäten. So würde man sich in einigen Fächern an dem orientieren, was die höheren Bildungsanstalten von ihren Studenten verlangen.

Grundsätzlich stehen die neuen Schulstufen allen offen, doch die Anzahl an Plätzen ist beschränkt - 25 bis 28 sollen es im kommenden Jahr sein. Daher müssen sich potenzielle Schüler einem Eignungstest unterziehen. Dies gilt auch für ehemalige Sängerknaben. "Wir testen die Stimme, den Tonumfang, die Register. Ganz wichtig ist uns, dass die Stimme gesund ist", betonte Wirth.

Voranmeldungen sind jederzeit möglich, der Eignungstest wird voraussichtlich von 18. ist 23. Jänner stattfinden. Die Kosten werden monatlich 250 Euro Schulgeld inklusive Mittagessen betragen, zusätzlich werden 90 Euro für die Stimmbildung eingehoben. Für das Oberstufen-Realgymnasium wird es keinen eigenen Internatsbetrieb geben, bei der Suche nach Übernachtungsmöglichkeiten wird aber geholfen. Zum Beispiel sind Kooperationen mit anderen Internaten angedacht. Mit der Oberstufe geht laut Nettig ein langgehegter Wunsch von Eltern und Schüler in Erfüllung. Zudem werde die Schule als Kompetenzzentrum für Vokalmusik gestärkt. (APA)