Kapitän Milenko Acimovic wird als erster Austria-Feldspieler mit einem Einzelsponsor (Puntigamer) auf dem Dress spielen.

Foto: Austria Wien

Wien - Der FK Austria Wien hat in Hütteldorf seit 2. Mai 2004 (2:1) nicht mehr gewonnen, rechnet sich im 291. Stadtderby zum Ausklang der 16. Runde in der Fußball-Bundesliga am Sonntag dennoch Chancen aus. "Zuletzt haben wird dort eine gute Leistung geboten, nur mit Pech 2:3 verloren. Ich erwarte wieder ein gutes Spiel, aber einen anderen Ausgang", sagte Austria-Trainer Karl Daxbacher in Erinnerung an das jüngste Auftreten im St. Hanappi am 26. April 2009.

"Daheim ist Rapid leichter Favorit"

Im Westen Wiens sind die Grünweißen, die einen Punkt hinter dem Lokalrivalen mit einem Spiel weniger Tabellendritte sind, eine Macht. "Daheim ist Rapid leichter Favorit", gibt Austria-Sportvorstand Thomas Parits zu. Ähnlich sieht es Daxbacher: "Wir können befreit spielen, weil wir Außenseiter sind, das ist kein Nachteil. Rapid hat zuletzt gegen Hapoel Tel Aviv und den LASK auch nicht top gespielt. Wir sind in Augenhöhe, jeder Ausgang ist möglich."

Die Länderspiel-Pause glaubt Daxbacher gut genützt zu haben. Er hofft so gut, wie zuletzt während des Auftritt des ÖFB-Teams in Frankreich. Drei Tage nach dieser Partie schlug die Austria daheim Meister Salzburg 1:0. "Damals waren wir frisch und agil. Eine solche Leistung wird auch diesmal notwendig sein, zumal es dort sehr schwer wird. Wir müssen Nerven bewahren und selbstbewusst auftreten", sagte der violette Feldherr.

2.200 Violette in Hütteldorf

Der Niederösterreicher weiß, dass die Rapid-Fans beim Gegner zusätzliche Kräfte freisetzen. Die Kulisse fürchteten die zuletzt in der Fremde zweimal (Kapfenberg 0:1, Wr. Neustadt 3:4) punktlosen Gäste, die von 2.200 Anhängern begleitet werden, jedoch nicht. Größer ist der Glaube an die wiedergewonnene eigene Stärke. "Wir haben uns erfangen, Sturm 1:0 geschlagen, sind auf einem guten Weg und fahren nach Hütteldorf, um drei Punkte zu holen. Wir wollen unbedingt ein gutes Ergebnis, um vorne dran zu bleiben", sagte Parits.

Viel wird in solchen Matches auch von der Tagesform abhängen. In dieser Hinsicht glaubt Daxbacher, dass seine deprimiert und enttäuscht zurückgekehrten Teamspieler (Dragovic, Baumgartlinger etc.) das 1:5-Debakel gegen Spanien gut verkraften. "Ich habe am Donnerstag mit Dragovic über einige Dinge gesprochen. Er hat erstmals berechtigte Kritik verspürt. Er ist ein Typ, der damit umgehen kann", erzählte der Austria-Trainer, der glaubt, dass seine Leute körperlich und mental so stark sind, um sofort wieder eine gute Leistung bringen zu können.

"Selbstkritik bringt auch sehr viel"

Die Abfuhr gegen den Europameister sieht Daxbacher für "alle in Österreich als Lernprozess. Wir müssen über die Ausbildung und die Auswahl von Spielern im Nachwuchs nachdenken und dürfen uns nicht wieder von zwischenzeitlich guten Resultaten blenden lassen. Spieler, die am Mittwoch im Einsatz waren, sollen sich auch Gedanken machen, denn Selbstkritik bringt auch sehr viel", meinte der Ex-Teamspieler.

Auf die Tabelle und den Spitzenreiter Salzburg, der zwei Punkte Vorsprung und in Kapfenberg diesmal die leichtere Aufgabe vor sich hat, schielt er derzeit überhaupt nicht. "Damit befasse ich mich nicht, ich denke nur daran, möglichst erfolgreich zu sein. Wir schauen nur von Spiel zu Spiel. Der erste Platz wäre nur eine angenehme Nebenerscheinung", erklärte der 56-Jährige mit einem Blick auf das schwierige Restprogramm, das in der Liga bis zur Winterpause drei Auswärtspartien und nur ein Heimspiel ausweist.

Zum Personellen vor dem Derby gegen Rapid im violetten Lager, das bisher nur drei Auswärtssiege in der Saison gefeiert hat: Torhüter Safar ist wieder fit, der Einsatz von Hattenberger (Knie) und Topic (krank) fraglich. Weiterhin außer Gefecht sind Okotie, Jun, Madl und Leovac. (APA)