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Auf dem Grabtuch von Turin (hier auf einem Archivbild) will Barbara Frale einen fast unsichtbaren Text gefunden haben.

Foto: AP/Antonio Calanni

Rom - Eine Forscherin hat nach eigenen Angaben einen fast unsichtbaren Text auf dem berühmten Grabtuch von Turin entdeckt. Die blassen Schriftzüge seien bei einer Computeranalyse von Fotos des Tuchs entdeckt worden. Der Fund beweise die Authentizität des Stücks, in dem der Überlieferung zufolge Jesus von Nazareth nach der Kreuzigung beigesetzt wurde, erklärte die Wissenschafterin Barbara Frale, Forscherin in den Archiven des Vatikans, in ihrem neuen Buch.

Der Text sei eine Mischung aus Griechisch, Lateinisch und Aramäisch und enthalte die Wörter "Jesus von Nazareth" und erwähne, dass er zum Tod verurteilt worden sei. Frale vermutet, dass der Text von einer Schreibkraft auf ein Dokument geschrieben worden sei, um den Leichnam zu identifizieren. Dabei sei die Tinte in das Tuch gesickert. Die Angaben Frales stießen bei anderen Wissenschaftern auf Skepsis, die das Leinentuch für eine von Menschen hergestellte Fälschung halten. 

Hintergrund

1988 wurde das Tuch mit Hilfe der Radiokarbon-Methode auf das 13. oder 14. Jahrhundert datiert. Unter der Fülle von Hypothesen zur Entstehung des Turiner Grabtuchs befindet sich auch diejenige, wonach Leonardo da Vinci seinen eigenen Körper als Modell verwendet und damit ein Selbstporträt geschaffen habe. Wie berichtet war diese Hypothese von der amerikanischen Grafikspezialistin Lillian Schwartz erst im Sommer bekräftigt worden. Anfang Oktober machte - wie berichtet - die Hypothese die Runde, wonach das Grabtuch von Turin eine mittelalterliche Fälschung sei. Dies hatte ein Chemiker der Universität von Pavia, Luigi Garlaschelli, vermutet, nachdem er ein "Turiner Grabtuch" produziert hatte, das seinen Angaben zufolge alle Eigenschaften der in Turin aufbewahrten Ikone ("la Santa Sindone") aufweise.

Das Grabtuch wird wohl weiter in Diskussion bleiben. 2010 wird es nämlich wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. (APA/AP/red)