Seit der Landstraßer Markthalle ohne erkennbaren Grund der Hahn zugedreht wurde (das Beton-Furunkel von Bunker bleibt weiter stehen!), gestaltet sich die Nahrungssuche rund um die Bahnhofsbaustelle eher schwierig.

Abhilfe schafft der Alimentari-Laden "La Culina" von Markus Lukas, der jetzt, nach kurzem Umbau, zu einem kleinen Restaurant erweitert wurde, wo sich sehr entspannt, ziemlich günstig (und noch dazu mit Blick in einen Garten) speisen lässt. Die Kühltheke ist mit allerhand Derb- und Feinheiten aus Italien und Frankreich gefüllt (etwa Jambon de Bayonne, der hierorts kaum bekannte Rohschinken aus dem französischen Baskenland), aus der Küche kommen täglich wechselnde Gerichte.

Sehr gute Tagliatelle mit Wurst etwa, was man sich, da italienisch, ganz unvergleichlich viel besser vorstellen darf, als es vielleicht klingt. Oder Coq au Cidre, die normannische Variante des Hendlklassikers "au vin". Oder einen wunderbar langsam geschmurgelten Rindfleischeintopf namens "Daube provençale", in dem wieder mal der Wein sein wohltuendes Werk vollbringt: herrlich dichte Sauce, löffelweiches und doch saftiges Fleisch. Risotto und Pasta gibt es immer, die seltene Gelegenheit, sich in Wien an französischer Hausfrauenküche zu verlustieren, sollte man aber nicht versäumen. (corti/DER STANDARD, Printausgabe, 21.11.2009)