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Grafik: Archiv

Die ersten Reaktionen auf die Vorstellung von Googles weitgehend auf einen Browser reduzierten Betriebssystem ChromeOS fielen beinahe durchwegs positiv aus, viele KommentatorInnen lobten die Courage Googles aktuelle Computerparadigmen grundlegend zu hinterfragen.

Kritik

Ein Engagement, das nun aber auch auf fundamentale Kritik stößt, so fragt sich etwa das renommierte US-Magazin Wired, wer denn so ein ChromeOS überhaupt haben wolle. Der Plan alle Anwendungen ins Web zu verlagern, sei eine idealistische Vision, deren Umsetzung noch einige Jahre lang an realen Gegebenheiten scheitern werde.

Kosten

So mögen zwar Netbooks mit ChromeOS einmal relativ billig erhältlich sein, die wahren Kosten würden aber empfindlich höher liegen. Beispielsweise würde die ausschließliche Konzentration auf Web-Anwendungen eine stete Internetanbindung verlangen - ein Datenplan mit monatlichen Kosten sei da schon fast unumgänglich, wenn man nicht gerade im kalifornischen Mountain View lebe, wie das Magazin stichelt. Dort befindet sich nämlich der Google-Hauptsitz, und in der ganzen Stadt gibt es vom Softwarehersteller kostenlos zur Verfügung gestelltes WLAN.

Mischung

Die aktuelle Computerrealität sei durch eine Mischung aus lokalen und Web-Anwendungen bestimmt, die Idee, alles vollständig ins Netzwerk zu verlagern, sei auch nicht sonderlich neu - habe aber nie eine relevante Verbreitung erfahren können. Wohl auch wegen den damit verbundenen Problemen, die sich erst vor kurzem in Form des massiven Datenverlustes bei T-Mobile Sidekick-KundInnen "eindrucksvoll" gezeigt hätten.

MiniOS

Anstelle der aktuell präsentierten Pläne schlägt man Google vor, einen Schritt zurück zu nehmen. Statt einem als Windows-Ersatz positionierten ChromeOS sollte man lieber ein "MiniOS" entwickeln, wie es etwa der BIOS-Hersteller Phoenix im Angebot hat. Dessen "Hyperspace" genanntes Schmalspur-Betriebssystem werde bereits auf manchen aktuellen Laptops parallel zu Windows ausgeliefert, und erlaubt ein schnelles Surfen im Netz. Eine Idee, die mit der Hilfe von Google wesentlich größere Verbreitung finden könnte. (red, derStandard.at, 23.11.09)