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Hakan Samuelsson verlässt das Unternehmen auf eigenen Wunsch.

Foto: APA/EPA/Frank Leonhardt

München - MAN-Vorstandschef Chef Hakan Samuelsson ist am Montag völlig überraschend mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. Samuelsson gehe auf eigenen Wunsch und wolle damit "dazu beitragen, dass sich die MAN-Gruppe wieder zügig voll und ganz ihren Kerngeschäften und ihrer weiteren Unternehmensentwicklung widmen kann", teilte der Lastwagen- und Maschinenbaukonzern in München mit. Die IG Metall begrüßte den Rücktritt und erklärten mit Blick auf die Schmiergeldaffäre in der Nutzfahrzeugsparte, Manager müssten die politische Verantwortung für gravierendes Fehlverhalten oder Missstände übernehmen.

"Mit dem Rücktritt wird nach der Korruptionsaffäre der Weg frei für einen unbelasteten Neuanfang", sagte der bayerische IG Metall-Chef Werner Neugebauer. Die Münchner Staatsanwaltschaft ermittelt seit Mai wegen Schmiergeldzahlungen gegen mehr als 100 MAN-Mitarbeiter und -Kunden, zwei Vorstände der Lastwagensparte mussten bereits gehen.

Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch sagte, die Ermittler seien von Samuelssons Rücktritt überrascht worden: "Er wird nicht als Beschuldigter geführt."

Zum kommissarischen Vorstandsvorsitzenden von MAN bestellte der Aufsichtsrat Georg Pachta-Reyhofen. Er übernimmt die Funktion zusätzlich zu seiner bisherigen Aufgabe als Vorstandschef der Konzerntochter MAN Diesel.

Keine persönliche Mitverantwortung

MAN teilte mit: "Samuelsson ist zu der Überzeugung gekommen, dass es zum Wohle des Unternehmens einen personellen Neuanfang auf höchster Ebene geben sollte." Ein Konzernsprecher betonte, auch bei den internen Ermittlungen gebe es keinerlei Hinweis auf eine persönliche Mitverantwortung von Samuelsson.

Der Rücktritt sei auch für MAN überraschend gekommen. "Er steht nicht im Zusammenhang mit Scania", sagte MAN-Sprecher Stefan Straub. Samuelsson hatte 2006 vergeblich versucht, den schwedischen Konkurrenten Scania zu übernehmen, war aber vom gemeinsamen Hauptaktionär VW ausgebremst worden.

Seit 2005 an der Spitze

Der 58-Jährige Samuelsson stand seit Jänner 2005 an der Spitze des MAN-Konzerns. Zuvor hatte er fünf Jahre lang die Lastwagen- und Bussparte geführt und erfolgreich saniert. Samuelsson war 23 Jahre lang Scania-Manager gewesen, ehe er 2000 nach München wechselte. Das Präsidium des MAN-Aufsichtsrats bekundete "größten Respekt vor der Entscheidung von Hakan Samuelsson". Seit 2000 habe er durch seinen Einsatz dazu beigetragen, MAN positiv weiterzuentwickeln.

Der stellvertretende MAN-Aufsichtsratschef Thomas Otto von der IG Metall sagte: "Es ist jetzt unverzichtbar, dass der von MAN begonnene Prozess der Aufklärung der Korruptionsvorwürfe von Vorstand und Aufsichtsrat mit der bisherigen Intensität weitergeführt wird." (APA)