Wien - Heute vor 150 Jahren, am 24. November 1859, erschien Charles Darwin's Buch "Über die Entstehung der Arten" (voller Titel im Original: "On the Origin of Species by Means of Natural Selection, or the Preservation of Favoured Races in the Struggle for Life"). Es stellt für viele Wissenschafter das wichtigste Werk der gesamten Biologie dar. Der britische Naturforscher Darwin (1809-1882) legte damit den Grundstein für die Evolutionstheorie.

Ohne selbst das Wort Evolution zu verwenden, erkannte Darwin während seiner Reise mit dem Schiff "Beagle" in den 1830er-Jahren, in Beobachtungen und Beschreibungen das Prinzip der natürlichen Auslese, das heute als "Selektion" eine der beiden Grundsäulen der Evolutionstheorie darstellt. Darwin erkannte, dass "viel mehr Individuen jeder Art geboren werden, als möglicherweise fortleben können". Auch wenn die Unterschiede zwischen den Individuen gering sein mögen, werden sich jene mit nützlichen Veränderungen durchsetzen und diese auch an die Nachkommen weitergeben. Die Ursachen für die Veränderungen kannte Darwin, wie er selbst schreibt, nicht. Erst durch die Erkenntnisse der Genetik weiß man heute, dass Mutationen als völlig zufällige Veränderungen der Erbsubstanz für Variabilität sorgen.

Wettlauf

Darwin scheute sich lange, seine Erkenntnisse zu veröffentlichen, zumal sie teils im krassen Widerspruch zur biblischen Schöpfungsgeschichte und damit der kirchlichen Lehrmeinung standen. Erst als er erfuhr, dass sein Landsmann Alfred Russel Wallace unabhängig zu den gleichen Ergebnissen gekommen war und diese veröffentlichen wollte, stimmte er der Publikation zu. Letztendlich wurden die Theorien von Darwin und Wallace 1858 vor der Linnean Society in London gemeinsam präsentiert.

Das Erscheinen seines 550 Seiten starken und durchaus allgemeinverständlichen Buches ließ dann noch ein gutes Jahr auf sich warten. Die erste Auflage war dafür bereits kurz nach der Veröffentlichung vergriffen.  (APA)