Wien - Früheren AWD-Kunden, die sich an Sammelklagen gegen den Finanzdienstleister beteiligen, ist von der Constantia Privatbank als zuständiger Depotbank die Kündigung ihrer Depots mitgeteilt worden. Diese Vorgangsweise bezeichnete am Mittwoch der Verein für Konsumenteninformation (VKI) als rechtswidrig. Sollten Sammelkläger Hilfe bei der Übertragung von Aktien auf ein Depot ihrer Hausbank benötigen, stehe der VKI zur Verfügung, sagte Peter Kolba, der Leiter der Rechtsabteilung im VKI.

Die Depot-Kündigung sei mit Verweis auf den Rechtsstreit gegen den AWD erfolgt, dem die Constantia Privatbank auf Seiten des AWD als Nebenintervenientin beigetreten ist. Sollten Kunden aus der Übertragung auf eine Bank des eigenen Vertrauens Kosten entstehen, würden diese aus dem Titel des Schadenersatzes gegen die Constantia Privatbank geltend zu machen sein, so Kolba in einer Aussendung. Dennoch rät der VKI allen Betroffenen zum Transfer auf die Hausbank.

Im übrigen äußert Kolba die Vermutung, dass AWD deshalb als Nebenintervenient in das Verfahren eingetreten sei, damit sich das Kostenrisiko verteuere. Das scheine der Zweck des Zusammenspiels der beiden Vertriebspartner AWD und Constantia zu sein. Diese Strategie werde aber nicht aufgehen, verweist der VKI-Vertreter auf die Sammelklagenfinanzierung durch den Prozesskostenfinanzier Foris. (APA)