Gaza/Tel Aviv - Aus Solidarität mit den Palästinensern haben am Samstag Mitglieder einer antizionistischen jüdischen Sekte den Sabbat in dem von der radikalislamischen Hamas regierten Gazastreifen begangen. Der Führer der radikalen Sekte Neturai Karta, Yisorel Dovid Weiss, sagte, es handele sich um eine Aktion zur Unterstützung des palästinensischen Volkes.

Die Sekte unterstützt traditionell die Gegner Israels, so auch etwa den iranischen Präsidenten Mahmoud Ahmadinejad. Ihre Mitglieder sind gegen die Existenz des Staates Israel, weil das jüdische Volk nach ihrem Glauben solange ohne eigenen Staat im Exil leben muss, bis der Messias kommt. Die Sekte hat schätzungsweise einige tausend Anhänger.

Hunderte israelische Demonstranten demonstrierten unterdessen am Samstag in Tel Aviv gegen die Blockade des Gazastreifens durch Israel . Aus Anlass der israelischen Militäroffensive vor einem Jahr skandierten jüdische und arabische Pazifisten Parolen wie "Freiheit und Gerechtigkeit für Gaza" und warfen Israel "Kriegsverbrechen" vor. Auf Spruchbändern stand "1400 Tote und keiner übernimmt dafür die Verantwortung".

Israel hatte die Angriffe auf den dicht besiedelten Küstenstreifen am 27. Dezember 2008 gestartet, um den fortwährenden Raketenbeschuss des israelischen Grenzgebiets aus dem Gazastreifen zu stoppen. Nach palästinensischen Angaben kamen dabei 1450 Menschen ums Leben. Auf israelischer Seite wurden neun Soldaten sowie vier Zivilisten getötet. Ein UN-Bericht warf Israel ebenso wie der Hamas Kriegsverbrechen und mögliche Verbrechen gegen die Menschlichkeit während der dreiwöchigen Militäroffensive vor. Die Blockade über den Gazastreifen hatte Israel hatte nach der Machtergreifung der radikalislamischen Hamas im Sommer 2007 verhängt. (APA/APD)