Zehn Tage nach dem vereitelten Flugzeuganschlag von Detroit weiten die USA den Einsatz von Nacktscannern aus. Ab Montag müssen alle Passagiere, die in die USA fliegen, mit dem Abscannen oder gründlichem Abtasten rechnen, erklärte die US-Flugsicherheitsbehörde (TSA) am Sonntag. Personen, die aus bestimmten Staaten einreisen wollten, würden verschärft gescannt.

Nigeria, Jemen, Pakistan, Kuba, Iran, Sudan, Syrien, Afghanistan, Libyen und Somalia

Für Reisende aus 14 terrorverdächtigen Ländern seien die Durchsuchungen des Handgepäcks obligatorisch. Zu diesen Ländern zählen unter anderen Nigeria, Jemen, Pakistan, Kuba, Iran, Sudan, Syrien, Afghanistan, Libyen und Somalia. Die Regierung von US-Präsident Obama habe darüber am Sonntag alle Fluglinien informiert, meldeten US-Medien. Die Sicherheitsvorschriften infolge des vereitelten Anschlags auf eine US-Passagiermaschine am 25. Dezember sollten ab Mitternacht (Ortszeit) in Kraft treten. Wie die Behörde weiter bekanntgab, müssen sämtliche Passagiere aus dem Ausland mit zusätzlichen Gepäckkontrollen nach dem Zufallsprinzip rechnen.

Auch Großbritannien will Reisende an Flughäfen künftig mit Körperscannern durchleuchten. Die Scanner sollten schrittweise eingeführt werden, sagte Premierminister Gordon Brown am Sonntag in einem BBC-Interview. Auch Transitreisende an britischen Flughäfen sollten besser kontrolliert werden. "Wir haben erfahren, dass es neue Waffen gibt, die Al Kaida benutzt", sagte Brown mit Blick auf das Terrornetzwerk. Darauf müsse entsprechend reagiert werden.

Beherzte Mitreisende und Besatzungsmitglieder überwältigten ihn

Am ersten Weihnachtsfeiertag hatte ein 23-jähriger Nigerianer vor der Landung eines US-Flugzeugs in Detroit versucht, einen Sprengsatz zu zünden. Beherzte Mitreisende und Besatzungsmitglieder überwältigten ihn. US-Präsident Barack Obama steht wegen des Anschlagversuchs unter massivem innenpolitischen Druck. Zu dem vereitelten Anschlag hat sich der Al-Kaida-Ableger im Jemen im Internet bekannt. (APA)