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Kathrin Zettel fährt trotz Kniebeschwerden Spitzenergebnisse ein.

Foto: APA/ Jaeger

Zagreb/Wien - Die Krone der "Schneekönigin von Zagreb" sowie mit 50.000 Euro das höchste Preisgeld der Saison knapp verpasst und zum drüberstreuen auch zum fünften Mal knapp am ersten Weltcup-Slalomsieg vorbeigefahren: Doch Kathrin Zettel kann derzeit nichts erschüttern. Sie kletterte hochzufrieden aus dem Privatjet, der sie aus Kroatien zurück in die Heimat geflogen hatte. Wenn derzeit etwas die Stimmung bei der Niederösterreicherin trübt, dann sind es die anhaltenden Kniebeschwerden.

Denn die zwingen die 23-jährige Kombi-Weltmeisterin immer wieder zu Zwangspausen. Hatte sie das halbe Sommertraining schon wegen ihre Sehnenentzündung im linken Knie verpasst, macht ihr seit einem Trainings-Fauxpas kurz nach Weihnachten nun auch noch das am Kreuzband beleidigte rechte Knie zu schaffen.

Erst Training, dann Pause

Und zwar so sehr, dass sie vergangenen Samstag das Training für den Zagreb-Slalom sogar nach drei Läufen wegen der Schmerzen im immer wieder anschwellenden Knie abbrechen musste. Dennoch kämpfte sich Zettel 24 Stunden später zu Platz zwei am Sljeme, ihrem sechsten Podestplatz im zehnten Saisonrennen. Am Montag trainierte sie aller Probleme zum Trotz zusammen mit Marlies Schild schon wieder in Flachau Slalom, erst danach stand zu Hause wieder eine mehrtägige Pause inklusive Therapie an.

Man müsse die guten Bedingungen einfach nützen, erklärte Zettel, warum sie derzeit ständig die Zähne zusammenbeißt. "Dass ich in Zagreb bis zum Umfallen gekämpft habe und Zweite geworden bin war für mich wichtiger als Geld und Kronen", kehrte die Göstlinger die große Kämpferin hervor. Der immer noch fehlende Slalom-Sieg "wird schon irgendwann kommen", ist Zettel überzeugt. "Man muss das Gewinnen ja richtig üben. Bisher ist es für mich als Halbzeit-Führende ja stets in die Hose gegangen, in Zagreb bin ich's das erste Mal ordentlich angegangen."

Schild beim FIS-Slalom in St. Johann

Den Kampf gegen die Schmerzen kennen also derzeit sowohl Zettel als auch Schild, die ihren Ärger über das Out in Zagreb schnell weggesteckt hatte und Montagfrüh auf dem Reiteralm-Weltcuphang bereits wieder ihr "übliches Leistungsniveau" (Trainer Günther Obkircher) zeigte. Die Salzburgerin kann in einer Woche beim Nachtslalom in Flachau und dann in Marburg wieder zurückschlagen. Weil sie derzeit wegen ihrer Beinverletzung nur in einer Disziplin startet, wird Schild diese Woche sogar einen FIS-Slalom in St. Johann/Pongau bestreiten, nachdem sie zuletzt schon im Europacup an den Start gegangen war.

Zettel ist dank ihrer sechs Podestplätze als Gesamt-Dritte derzeit Österreichs Speerspitze im Kampf um die große Kristallkugel, in dem die Deutsche Maria Riesch nach 14 Rennen mit 599 Punkten knapp vor der angeschlagenen Lindsey Vonn (594) und Zettel (569) wieder knapp die Führung übernommen hat. Zettel überlegte deshalb sogar, am Sonntag beim Speed-Triple in Haus/Ennstal den Super-G zu bestreiten. Trainieren wird sie dafür nicht. "Mein Bauchgefühl wird mir sagen, ob ich dafür bereit bin."

Nachwuchssorgen

Zettel, Schild und Michaela Kirchgasser gelten für Olympia als Slalom-Fixstarterinnen, den vierten Startplatz könnte man mittlerweile seriöser Weiser wohl auch verlosen, so wenig drängt sich dafür jemand auf. Dem neuen Spartentrainer Günther Obkircher ist das Dilemma bewusst. "Wir haben leider keinen Marcel Hirscher, der vom Europacup direkt aufs Weltcuppodest fährt."

Derzeit wäre am ehesten Elisabeth Görgl Kandidatin auf den vierten Slalomplatz in Whistler Mountain. Und das, obwohl die Steirerin, die seinerzeit mit Slalom-Spitzenergebnissen imponiert hat, mittlerweile zu einer Speed-Fahrerin mutiert ist. "Mir taugt der Slalom und ich habe mir nach der Lienz-Pleite gesagt, dass ich das nicht auf mir sitzen lassen will. Ich kann mehr und will dranbleiben im Slalom, alleine wegen der Kombi", erklärte die Kapfenbergerin, warum sie wieder mehr Zeit in den Slalom investiert hat.

Diese Woche stehen aber beim Weltcup-Comeback von Haus im Ennstal von Freitag bis Sonntag die drei Speed-Heimrennen (1. Abfahrtstraining Mittwoch 11.30 Uhr) auf dem Programm. Görgl: "Ich freu' mich sehr drauf und werde alles geben. Es ist für mich immer etwas Spezielles in der Steiermark zu fahren." (APA)