Bild nicht mehr verfügbar.

Deutschlands Trainer Heiner Brand brennt gegen Österreich auf eine Revanche.

Foto: EPA/Claus Fisker

Innsbruck - Österreichs Handballer bestreiten am Dienstag (18 Uhr, live ORF Sport plus und DSF) das erste der vier finalen Vorbereitungsspiele auf die Heim-Europameisterschaft (19.-31.1.). Gegner der ÖHB-Auswahl in der Innsbrucker Olympiahalle ist die Handball-Großmacht Deutschland. Für die Deutschen geht es nicht nur um den letzten EM-Schliff, sondern auch um Revanche für die überraschende 30:32-Pleite gegen Österreich im März 2008 ebenfalls in Innsbruck.

"Keine Angst vor dieser Revanche"

"Nach dieser Niederlage im Jahr 2008 wollten die Deutschen sofort eine Revanche", erinnerte sich Österreichs Nationaltrainer Dagur Sigurdsson. "Wir haben Charakter, wir haben keine Angst vor dieser Revanche", sagte der ÖHB-Coach am Montag auf einer Pressekonferenz in Innsbruck. Immerhin war Österreich die Sensation als Underdog, der sich noch nie für ein Großereignis qualifizieren konnte, gegen den damals amtierenden Weltmeister (2007) gelungen.

Obwohl die ÖHB-Auswahl das bis dato letzte Duell für sich entscheiden konnte, ist die Gesamtbilanz alles andere als positiv: In 41 Duellen (inklusive jener gegen die DDR) gab es nur vier Siege und zwei Unentschieden.

Auch wenn es am Dienstag für die österreichischen Handballer im Duell gegen die Deutschen, die seit Montag in Herrsching am Ammersee in Bayern als Vorbereitung auf die EM kaserniert sind, um viel Prestige geht, im Vordergrund steht für Nationaltrainer Sigurdsson die Vorbereitung auf die Heim-EM.

"Jetzt geht es darum, die richtige Mischung, die richtige Balance zu finden", sagte Sigurdsson, der für das Länderspiel bereits seine Grund-Sechs im Kopf hat. "Wir werden nicht durchwechseln, wir versuchen mit jener Truppe zu spielen, die auch bei der EM zum Einsatz kommen wird", kündigte der Nationaltrainer an.

Die Stimmung im österreichischen Team sei jedenfalls hervorragend, betonte der Nationaltrainer: "Die Spieler arbeiten harmonisch und sehr konzentriert. In den kommenden Tagen mit den vier Testspielen werden wir noch einige taktische Varianten ausprobieren."

Ein echter Gradmesser

ÖHB-Legionär Viktor Szilagyi, der bei Gummersbach in der deutschen Liga spielt, erwartet sich am Dienstag einen harten Kampf, Deutschland werde ein echter Gradmesser sein: "Da Deutschlands Trainer Heiner Brand noch nicht sein endgültiges Team im Kopf hat, wird jeder Spieler alles geben, um bei der EM dabei zu sein. Es wird ein Vorbereitungsspiel mit sehr hohem Tempo werden."

Für diese Einschätzung sprechen auch die Worte von Deutschlands Teamchef Brand. "Auf uns wartet viel Arbeit in den letzten Tagen. Bei der EM haben wir eine hammerschwere Gruppe erwischt, da bedarf es schon einer guten Form, um gegenhalten zu können", sagt Brand am Montag. Die Deutschen bestreiten ihre letzten Tests dann am 9. und 10.1. in Nürnberg und Regensburg gegen Österreichs EM-Gruppengegner Island sowie am 13.1. in Mannheim gegen Brasilien.

Tormann Johannes Bitter steht zwar nach einer einstündigen Operation am linken Ellenbogen wieder im deutschen Aufgebot, das Match gegen Österreich kommt für den Hamburger aber noch zu früh. In vier bis fünf Tagen wird Bitter wieder ins Training einsteigen. Bei der EM treffen die Deutschen in Gruppe C in Innsbruck auf Polen, Slowenien und Schweden.

Volle Halle in Innsbruck

Die Organisatoren in Innsbruck erwarten sich am Dienstag bis zu 5.000 Zuschauer. "Wir haben allein 2.000 Karten nach Deutschland verkauft", freute sich Tirols Handball-Präsident Thomas Czermin. Auch der Kartenvorverkauf für die Europameisterschaft sei sehr gut: Der dritte Spieltag der Vorrunde ist bereits ausverkauft, für den ersten Tag sind 90 und für den zweiten Tag schon 85 Prozent der Karten an den Mann gebracht.

Im Anschluss an das Trainingslager in Innsbruck, bei dem die Handballer als Bobfahrer im Igler Eiskanal auch Mut beweisen mussten, bestreitet das österreichische Team noch das Vier-Nationen-Turnier von Donnerstag bis Samstag in Wiener Neustadt (Arena Nova), bei dem Kroatien, Ungarn und Polen die Sparringpartner der ÖHB-Truppe sein werden. Nach diesem Turnier wird Österreichs Kader auf 18 Mann reduziert, kurz vor dem ersten EM-Spiel gegen Dänemark am 19. Jänner wird der endgültige 16-Mann-Kader fixiert. (APA)